Dezember/Januar 2015/2016

Pflanze des Monats Dezember/Januar 2015/16 – Nordmanns Tanne

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Botanischer Name:  Abies nordmannia (Stev.) Spach

Deutscher Namen:  Nordmanns Tanne, Kaukasustanne

Pflanzenfamilie: Pinaceae, (Kieferngewächse)

Heimat/Geschichte:
Die Nordmanns Tanne (Abies nordmanniana (Stev.) Spach) wurde nach dem finnischen Botaniker Alexander von Nordmann (1803-1866) benannt.
Heimisch ist sie in westlichen Kaukasus und in der Nordosttürkei. Dort wächst sie bevorzugt an Nordhängen in Höhen von 900 m bis 2200 m.
In ihrer Heimat kann sie ein Alter von 500 Jahren erreichen.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie nach Westeuropa eingeführt.
Bei uns erfreut sie sich wegen ihrer geringen Neigung zum Nadeln und der nicht stechenden Nadeln  als Weihnachtsbaum zunehmender Beliebtheit.

Botanik:
Die Nordmanns Tanne (Abies nordmanniana (Stev.) Spach) gehört mit etwa 40 Arten zur Gattung Abies innerhalb der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) .
Sie kann in ihrer Heimat bis zu 60 m hoch werden mit einem Stammdurchmesser von
bis zu 2 m. Der Stamm wächst gerade mit glatter schwärzlich-grauer und im unteren Stammbereich rissiger Rinde.
Die immergrüne, winterharte Nordmanns Tanne ist sehr sturmfest, da sie eine tiefreichende Pfahlwurzel und im Alter kräftige Seitenwurzeln hat.
Die etagenförmig angeordneten Zweige stehen dicht in regelmäßigen Quirlen und beasten
den Stamm bei freistehenden Bäumen auch im Alter noch bis auf den Boden hinunter.
Die starren, doch nicht stechenden Nadeln stehen besonders im oberen Kronenbereich spiralig um den Ast. Beschattete Zweige haben zweizeilig ausgerichtete Nadeln.
Die Nadeln bleiben  etwa 6 bis 7 Jahre am Baum ehe sie abfallen. Sie sind 20 mm bis 35 mm lang, 2 mm bis 2,5 mm breit, glänzend-lederartig, dunkelgrün, in der Mitte vertieft, unterseits silbrig-grau  mit zwei markanten weißen Spaltöffnungsstreifen ( Stomata ).
Die rotbraunen, etwa 4 mm langen Knospen am Ende des Triebes, die im Frühjahr den Maischoß bilden, sind ei- bis kugelförmig.
Die Nordmanns Tanne ist einhäusig, doch getrennt geschlechtig. Die Blütezeit liegt im Mai. Die männlichen, eiförmigen Blüten sind 10 mm bis 20 mm groß, rötlich-braun bis rötlich-gelb. Sie stehen hauptsächlich im unteren Teil des Kronenbereichs in den Achseln vorjähriger Nadeln.
Die weiblichen Zapfenblüten im oberen Kronenbereich sehen wie ein aufrechtes, grünes Schuppenbündel aus und werden später rötlich oder gelbgrün.
Die Befruchtung erfolgt durch Windbestäubung.
Die violett oder braun gefärbten großen Flügel der Samen dienen ebenfalls der Verbreitung durch den Wind. Die geflügelten Samen sind etwa 10 mm lang und etwa 5 mm breit. Sie reifen von September bis Oktober und sitzen in den Tannenzapfen zu zweit unter Deckschuppen. Die Deckschuppen der Zapfen sind nach außen gebogen und ragen mit einem hakigen Fortsatz hervor.
Die aufrecht stehenden Zapfen der Tanne fallen nicht als Ganzes vom Baum. Man kann sie also nicht von der Erde auflesen. Am Ast bleiben nur die Zapfenspindeln nach Abfallen der Deckschuppen und Samen durch Reife oder durch Tierfraß (z.B. Eichhörnchen ) geplündert. Die Nordmanns Tanne wird kaum durch Krankheiten oder Schadinsekten bedroht.

Standort/Verwendung :
Die Nordmanns Tanne (Abies nordmanniana (Stev.) Spach) eine Schattenholzart, benötigt ein kühl-feuchtes Klima und tiefgründigen, humosen Lehmboden.
In ihrem Verbreitungsgebiet bildet sie fast keine zusammenhängende Flächen.
Hauptsächlich wächst sie in Mischwäldern. Deshalb hat ihr Holz nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Das gelbliche, weiche, sehr biegefeste Holz wird vor allem
zur Herstellung von Zellstoff und Papier verwendet.
In Dänemark und im Sauerland werden allerdings Flächen als Weihnachtsbaumplantagen angelegt. Aus Dänemark werden jährlich etwa 5 Millionen Bäume exportiert.
Die Nordmanns Tanne wird zunehmend aber auch als Zier-und Parkbaum angepflanzt.
In Mischwäldern eingebracht, soll sie diese sturmfester machen.

Text : Barbara Lawatsch  11/06 – 11/15

Fotos: Prof. Dr.Manfred Brusten

Quellenangabe:
Encke Fritz : Parey’s Blumengärtnerei, Band I, Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1958
Ulmers  Planzenmagazin, Gartenpraxis 12/1981, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordmann-Tanne

http://www.baumkunde.de/Abies_nordmanniana/

http://www.wald-rlp.de/de/lebensraum-wald/oekosystem-wald/baeume-unserer-waelder/nordmann-tanne-abies-nordmanniana.html