Januar

Pflanze des Monats Januar 2010 – Grannen- Kiefer

Botanischer Name: Pinus aristata Engelm.

Deutsche Namen: Grannen-Kiefer / Borsten-Kiefer

Pflanzenfamilie: Pinaceae (Kieferngewächse)

Heimat / Geschichte: 
Die Grannen- Kiefer (Pinus aristata Engelm.) ist im Osten der westlichen Gebirge Nordamerikas beheimatet. Sie bildet dort die Baumgrenze zwischen 2400 und 4000 m ü.NN. Eindrucksvoll ist ihr Alter von bis zu 3000 und 4000 Jahren. Damit übertrifft sie das Alter der Riesen- Mammutbäume (Sequoiadendron gigantum (Lindl.) Buchholz), die bisher als die ältesten Bäume galten.
Bei einer zweiten Art, der Langlebigen Kiefer (Pinus longaeva D.K. Bailey), die 1953 entdeckt aber bis 1970 für eine Varietät der Grannen- Kiefer gehalten wurde, wurde das Rekordalter von 4700 Jahren gemessen. Diese alten Bäume leben nur noch mit einigen, von einem schmalen Rindenstreifen ernährten Ästen.
Aber sie stehen einzeln, aufrecht und standhaft als zeitgeschichtliche Monumente da. Das Hochgebirgsklima dort ist extrem kalt und trocken. So vermorscht das Holz nicht, auch holzzersetzende Pilze gibt es nicht.
Der permanente Wind, der feinste Gesteinspartikel mit sich führt, hat alle alten Bäume auf der Windseite blankpoliert.
1863 kam erstmals Saatgut nach England und fand so Eingang in die Botanischen Gärten Europas.

Botanik: 
Die Grannen- Kiefer (Pinus aristata Engelm.) gehört zur Familie der Pinaceae(Kieferngewächse) und zu den etwa 80 Arten der Gattung Pinus auf der nördlichen Erdhalbkugel. Sie ist ein frostharter, immergrüner, langsamwüchsiger, kleiner, kegelförmiger Strauch oder Baum. Sie steht oft mehrstämmig wie im Botanischen Garten Wuppertal. Sie kann eine Wuchshöhe bis zu 15 m und einen Durchmesser bis 4 m erreichen. In 100 Jahren legt sie nur etwa 3 cm an Umfang zu.
Der Stammdurchmesser kann bis zu 1 m betragen. Der Stamm ist in jungen Jahren glatt, grün. Später hat er eine rotbraune Schuppenborke, ist knorrig, oft gedreht.
Die Äste sind kurz, derb, ansteigend, später auch hängend.
Sie ist ein Flachwurzler mit einem weitreichenden Wurzelsystem.

Die Nadeln der Grannen- Kiefer sind bis 4 cm kurz, 0,1cm breit und haben auffallende, charakteristische weiße Harzflecken. Sie haben eine Lebensdauer bis zu 15 Jahren. An ihren Spitzen sitzen 8 mm lange Dornen. Immer 5 Nadeln stehen an Kurztrieben in einer Scheide fuchsschwanzartig zusammen und am Zweig dicht anliegend. Als zurückgerollte Lappen bleiben die Scheiden 4 Jahre erhalten. Die Nadeln sind im Querschnitt dreieckig, ganzrandig und haben an 2 Seiten Spaltöffnungen. Die dritte obere Seite ist dunkelgrün und ohne Spaltöffnungen.
Zerriebene Nadeln riechen nach Terpentin. Die Grannen- Kiefer ist einhäusig und getrenntgeschlechtig. Sie blüht von April bis Juni. Die roten männlichen, köpfchenartigen Einzelblüten stehen am Ende der Zweige, die roten zapfenartigen weiblichen Blütenstände, aus denen sich die hängenden, harzigen Zapfen entwickeln, stehen einzeln oder zu wenigen an den Zweigenden. Die Grannen- Kiefer blüht erst ab dem 20. Lebensjahr.
Die eiförmigen, ungestielten Zapfen sind 9 cm lang und 4 cm breit. Die Schuppen enden in 6 mm grannenförmigen Dornen. Die Zapfen enthalten 5 mm große fast schwarze Samen mit 1cm langen Flügeln.
Die Samen reifen von September bis Oktober. Nur wenige junge Kiefern entwickeln sich aus den Samen in einem Jahrhundert und werden alt. Für die Arterhaltung ist das aber ausreichend, da auch die uralten Bäume noch Zapfen mit keimfähigen Samen hervorbringen.

Standort / Pflege: 
Die Grannen- Kiefer (Pinus aristata Engelm.) wächst in ihrer Heimat auf trockenem Dolomitkalk oder Granitgestein. Dort halten die Bäume heiße, trockene Sommer und Winter mit Temperaturen bis zu –34° C aus.
Die Grannenkiefer ist rauchhart, verträgt aber kein feuchtes Klima, auch kein Stadtklima. Dann sind junge Bäume z.B. anfällig für Pilze. Deshalb ist sie bei uns fast nur als Liebhaberpflanze und in Botanischen Gärten zu finden.
Trotzdem sind Grannen- Kiefern wahre Lebenskünstler. Sie sind Symbole für Ausdauer und Genügsamkeit und ihr Alter umfasst einen unvorstellbaren Zeitraum.

Text: Barbara Lawatsch 12/09

Fotos: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe: Encke, Fritz:
Pareys Blumengärtnerei, Band 1
Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1958

Ulmers Pflanzenmagazin:
Gartenpraxis 2/1976
Eugen Ulmer, Stuttgart

Botanisches Institut Bonn:
Dumont`s Große Pflanzenenzyklopädie, Band II
Dumont, Köln, 1998

Bärtels, Andreas:
Enzyklopädie der Gartengehölze
Eugen Ulmer, Stuttgart, 2001

http://de.wikipedia.org/wiki/Grannen-Kiefer
http://www.stihl.de/isapi/knowhow/lexika/baumlexikon/popup_print_baum.asp?baumnr=68&action=erscheinungsbild
http://www.boga.ruhr-uni-bochum.de/html/Pinus_aristata.html
http://www.bambus.de/archiv/ehrwuerdige/grannenkiefer.html