März

Pflanze des Monats März 2012 – Echte Zimmerlinde


Botanischer Name:
Sparrmannia africana L.f.

Deutsche Namen: Echte Zimmerlinde, Kapländische, Zimmerlinde

Pflanzenfamilie: Tilliaceae (Lindengewächse)


Heimat/Geschichte:

Die Echte Zimmerlinde (Sparrmannia africana L. f.), ein großer Strauch oder kleiner Baum, ist ausschließlich in den gemäßigten und tropischen Zonen Südafrikas und auf Madagaskar beheimatet. Sie kommt dort in lichten Gehölzen vor.
Carl von Linne jr. (1741-1783) hat sie erstmals beschrieben. Benannt wurde sie nach dem schwedischen Naturwissenschaftler Anders Sparrman (1747-1787), der im Auftrag Linnes das Kapland bereiste. Schon kurz nach ihrer Entdeckung wurde sie nach Europa eingeführt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte sie zu den beliebtesten Zimmer- und Wintergartenpflanzen, wurde dann als altmodisch empfunden und geriet in Vergessenheit.
Mit dem Trend zu Innenraum- und Großraumbegrünungen wurde sie seit etwa 1980 als attraktive Blatt- und Blütenpflanze wiederentdeckt.


Botanik:

Die Echte Zimmerlinde (Sparrmannia africana L.f.) gehört, mit nur 7 Arten der Gattung Sparrmannia, zur Familie der Tilliaceae (Lindengewächse).
Sie ist ein vielstämmiger, baumartiger, nicht frostharter, immergrüner, rasch wachsender Strauch. Er kann etwa 3 m – 6 m hoch und 2 m – 4 m breit werden. Die anfangs fleischigen Stämme verholzen sehr schnell.
Die dicht samtartig behaarten, wechselständig angeordneten, lindgrünen Blätter ähneln, auch von der Form her, einem Lindenblatt. Daher leitet sich auch der deutsche Name „Zimmerlinde“ ab. Die langstieligen Blätter sind herzförmig-eckig, bis etwa 20 cm lang und ebenso breit und haben buchtig gezähnte Blattränder. Die Blattnerven sind ausgeprägt.
Die rein weißen, leicht duftenden, 3 cm – 4 cm breiten Blüten erscheinen von Januar bis April. Sie haben je vier schmale nicht verwachsene Kelchblätter und Blütenblätter. Auffallend sind die zahlreichen gelb-rot gefärbten Staubblätter, die im äußeren Kreis teilweise unfruchtbar sind. Sie ragen in einem halbrunden Büschel aus der langgestielten Blüte heraus.
Die ebenfalls zahlreichen Blüten sind bis zu je 20 in end- oder achselständigen Trugdolden angeordnet.
Die Blüten werden durch Insekten befruchtet. Aus ihnen entwickeln sich kugelige, stachelborstige Kapseln, deren Samen im Ursprungsland durch Tiere, an denen die Kapseln hängenbleiben, verbreitet werden.
Bei falscher Pflege ist die Echte Zimmerlinde anfällig u.a.
für die Rote Spinne, die Weiße Fliege und Schildläuse.
Sie gilt als schwach giftig, da Hautreizungen durch
Berührung mit den Blättern möglich sind.


Standort/Verwendung/Pflege:

Die Echte Zimmerlinde (Sparrmannia africana L.f.) ist eine alte und heute wieder beliebte Zimmerpflanze. Da sie raschwüchsig ist und innerhalb eines Jahres von einer Topfpflanze zu einem stattlichen Strauch heranwachsen kann, muss sie zurückgeschnitten werden. Das ist für die Pflanze problemlos und sollte nach der Blüte erfolgen. Im Sommer ist der Wasserbedarf hoch, da die zahlreichen, großen Blätter viel Wasser verdunsten. Doch muss Staunässe vermieden werden. Auch darf sie keiner intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Sie benötigt einen kühlen, jedoch hellen Standort mit höherer Luftfeuchtigkeit. Überwintern sollte sie bei 8°C bis 12°C.
Als Erde eignet sich normale Blumenerde mit leicht erhöhtem Lehmanteil.
Die Echte Zimmerlinde wird hauptsächlich durch Kopf- oder Seitenstecklinge von Blütentrieben leicht vermehrt. Von Mai bis September kann sie auch im Freiland stehen.
Da sie langlebig ist, wirken alte, reich verzweigte Exemplare am schönsten und dekorativsten.

Im Botanischen Garten Wuppertal steht sie im Warmgewächshaus.


Text:
Barbara Lawatsch 02/12

Foto: Dirk Derhof

Quellenangabe:
Encke, Fritz:
Pareys Blumengärtnerei, Band II
Paul Parey in Berlin u. Hamburg, 1960

Botanisches Institut Bonn:
Dumont’s Große Pflanzenenzyklopädie, Band II
DuMont, Köln, 1998

http://de.wikipedia.org/wiki/Kap1%C3%A4ndischeZimmerlinde

http://www.livingathome.de/balkon-garten/blumen-im-haus/12905-rtkl-sparmannia-africana-zimmerlinde