Juni

Pflanze des Monats Juni 2012 – Goldkugelkaktus


Botanischer Name:
Echinocactus grusonii Hildem.

Deutsche Namen: Goldkugelkaktus, Schwiegermutterstuhl, Schwiegermuttersessel

Pflanzenfamilie: Cactaceae (Kakteengewächse)


Heimat/Geschichte:

Der Echinocactus grusonii gehört in die Pflanzenfamilie der Cacteceae (Kakteengewächse).
Er ist eine imposante Pflanzengestalt – in seiner mexikanischen Heimat ebenso wie in den Sammlungen vieler hiesiger Kakteenfreunde. Echinocactus grusonii, den der Volksmund wenig liebevoll „Schwiegermuttersessel“ oder „Schwiegermutterstuhl“ nennt, wird manchmal auch als „Goldkugelkaktus“ bezeichnet. Die Erstbeschreibung erfolgte 1886 durch Heinrich Hildmann.
Fast alle Kakteen stammen ursprünglich aus Amerika.
Echinocactus grusonii ist in den mexikanischen Bundesstaaten Hidalgo und Querétaro sehr lokal an steilen Hängen und Klippen verbreitet. Hier ist er unter Schutz gestellt, da er existenzbedroht ist. Es sind zurzeit nur noch 10 Arten in der Gattung Echinocactus eingruppiert. Früher war es die Sammelgattung aller Kakteen mit wolligem Scheitel. Als Kaktus des Jahres 2008 symbolisiert Echinocactus grusonii Attraktivität und Kulturwürdigkeit, zugleich aber auch die Gefährdung von Kakteen als Teil unserer globalen und noch lange nicht vollständig erforschten Biodiversität. In den 1990 er Jahren wurde ein Großteil der natürlichen Bestände im Tal des Rio Moctezuma durch das Zimapan-Staudammprojekt vernichtet. Die Art steht in der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als extrem gefährdet (critically endangered).
Der deutsche Name ist wahrscheinlich wegen seiner Größe und durch sein Aussehen entstanden, da er von weitem an einen Hocker erinnert.


Botanik:

Echinocactus grusonii wächst meist einzeln. Die hellgrünen, kugeligen bis kurz zylindrischen Triebe werden 20 cm bis 130 cm hoch und 40 cm bis 80 cm im Durchmesser groß. Sie übersteigen damit durchaus die Größenordnung gewöhnlicher Sitzmöbel. Die Pflanzenkörper weisen 21 bis 37 Rippen auf. Diese ermöglichen dem Kaktus flexibles Reagieren auf Wassergaben; sie können sich bei Feuchtigkeitsaufnahme wie eine Ziehharmonika dehnen und ziehen sich bei zunehmender Austrocknung allmählich wieder zusammen.
Die jungen Dornen sind goldgelb gefärbt und dunkeln im Alter nach. Die 3 bis 4 Mitteldornen sind gerade abstehend. Sie werden bis zu 5 cm lang. Die 8 bis 10 Randdornen sind etwas gespreizt und bis zu 3 cm lang.
Die grüngelben Blüten öffnen sich häufig nicht vollständig. Sie können 4cm gelegentlich auch 6cm lang und 3 cm bis 5 cm im Durchmesser groß werden. Die Blüten erscheinen erst bei älteren Exemplaren. Die kugeligen etwas länglichen, grünlichen Früchte sind mit weißer Wolle bedeckt. Sie sind 1,2 cm bis 2 cm lang und enthalten glatte, glänzend braune Samen.
Der Scheitel des Goldkugelkaktus‘ ist mit Wolle bedeckt und schützt seinen Vegetationspunkt vor zu starker Sonneneistrahlung.


Standort/Verwendung/Pflege:

Alle Echinocateen verlangen während der sommerlichen Wachstumsperiode hohe Wärme und viel Sonne. Am besten wächst er, wenn er in der direkten Sonne steht. Um Kälteschäden zu vermeiden, muss er in unseren gemäßigten Zonen ins Haus geholt werden, wenn die Temperaturen im Herbst sinken. Im Winter benötigt er kühle Temperaturen, diese sollten bei 8 bis 10C° liegen. Es ist darauf zu achten, dass bei kühlem Stand das Substrat vorher vollständig abgetrocknet ist, sonst kann Fäule auftreten. Auch im Winter muss Echinocactus grusonii an einem sehr hellen bis sonnigen Platz stehen. Die meisten Kakteen mögen es im Winter hell, luftig und kühl.
Das richtige Gießen ist wie bei allen Sukkulenten sehr wichtig. Der Schwiegermuttersitz sollte sparsam gegossen werden. Bis zur nächsten Wassergabe darf die Erde komplett austrocknen. Gießen ab August allmählich einstellen. Ab März langsam wieder beginnen.
Wegen Brüchigkeit der Wurzeln, sollte ein Umtopfen nur, wenn unbedingt notwendig, vollzogen werden. Er benötigt einen nicht so tiefen, dafür aber umso breiteren Topf für sein weitreichendes Wurzelsystem. Als Substrat ist Kakteenerde oder Blumenerde mit Sand gestreckt geeignet. Die Mischung sollte sehr mineralisch und damit durchlässig sein.


Text:
Dirk Derhof / Felix Jacobs

Fotos: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe:
Kakteen und Sukkulenten
Walter Haage
Quelle & Meyer Verlag Heidelberg, Wiesbaden
15. Auflage 1988

Kakteen und andere Sukkulenten
Günter Anderson
C.A. Koch’s Verlag Nachf. Berlin, Darmstadt, Wien

Alles über Kakteen und andere Sukkulenten
Dieter Herbel
Südwest Verlag München
4. Auflage 1983

http://www.blumenwissen.com/Sukkulenten/Echinocactus.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Echinocactus_grusonii

http://www.dkg.eu/cms/cs/index.pl?navid=1022&id=16&sid=c