Januar

Pflanze des Monats Januar 2009 – Echte Aloe


Botanischer Name: Aloe vera (L.) Burm. f.

Deutsche Namen: Echte Aloe, Bitter Aloe

Pflanzenfamilie: Aloeaceae (Aloegewächse)

Heimat / Geschichte: 
Die Heimat der Echten Aloe (Aloe vera (L.) Burm. f.) ist unbekannt. Wahrscheinlich stammt sie aus Nordafrika und Arabien. Heute ist sie überall in den Subtropen und trockenen Gebieten der Tropen oft an Felshängen zu finden.
Wild wachsende Aloe – Arten sind seit 1973 durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Die Echte Aloe ist eine sehr alte Kulturpflanze, die durch heilkundlich erfahrene spanische Jesuiten im 16. Jahrhundert verbreitet wurde. Zu dieser Zeit gelangte sie auch in englische Gärten. Der gelartige, kühlende Saft wurde schon in der Antike aus den fleischigen Blättern gewonnen. Alexander der Große ließ die Verletzungen der Soldaten damit behandeln. Aus ähnlichem Grund führte auch Christoph Kolumbus Töpfe mit Aloe vera (L.) Burm. f. auf seinen Schiffen mit. Plantagenanbau ermöglichte es, dass die Pflanze bis ca. 1920 zur medizinischen Verwendung nach Europa verschifft wurde. Von da an bis etwa zum Jahr 2000 geriet die Echte Aloe in Vergessenheit. Zur Zeit erlebt sie eine Renaissance in der Pharmazie und Kosmetik. Das griechische Wort „aloe“, das wohl aus dem arabischen Sprachgebrauch stammt, bedeutet = glänzend und bitter.

Botanik: 
Die Echte Aloe (Aloe vera (L.) Burm. f.) ist eine von etwa 300 Arten der Gattung Aloe. Die Gattung gehört zur Familie der Aloeaceae (Aloegewächse).
Die Echte Aloe ist eine Sukkulente mit verdickten Blättern und einem Schopf aus grundständigen, immergrünen Blattrosetten. Die stiellosen, fleischigen, graugrünen Blätter sind Schwertförmig, lanzettlich. Am Grund sind sie 7 cm – 8 cm breit und etwa 50 cm lang. Sie laufen spitz zu und sind am Rand mit hornartigen Stacheln versehen. Die lederartige äußere Blattschicht schützt die Pflanze vor dem Austrocknen.
Nur ältere Pflanzen bilden einen Stamm. Bei jüngeren Pflanzen ist dieser gestaucht, so dass sich die Blätter dicht am Boden befinden.
In endständigen, bis 50 cm langen Trauben auf einem etwa 90 cm langen Stiel entwickeln sich bei älteren Pflanzen im Sommer röhrig verwachsene, gelbe bis rote, 2,5 cm lange Blüten. Sie sitzen an 5 mm langen Stielen, haben sechs Staubblätter und öffnen sich nach und nach bis zur Traubenspitze.
Aus den Blüten bilden sich dreifächerige grüne Kapselfrüchte, die später braun werden. Sie enthalten zahlreiche zusammengedrückte oder dreikantige, schwarzschalige kleine Samen. Der Saft der Echten Aloe ist bitter.
Das bewirkt der Bitterstoff Aloin.
Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Ableger.
Die Echte Aloe ist anfällig für Schmier- oder Schildläuse.

Standort / Verwendung: 
Die Echte Aloe (Aloe vera (L.) Burm. f.) ist frostempfindlich, kann aber sehr gut bei uns im Sommer im Garten und im Winter bei +12°C bis + 15°C im Haus gehalten werden. Sie benötigt lockere, sandige oder fertige Sukkulentenerde und einen hellen Standort. In Topfhaltung sollte man die Erde komplett austrocknen lassen, bevor neu gegossen wird. Insgesamt wird mäßig gegossen.
Auf Plantagen angebaut wird die Echte Aloe neben Afrika u.a. in Texas, Florida, Mexiko, auf den Kanarischen Inseln und den Antillen. Neben dem Erscheinungsbild der Pflanze fasziniert aber auch vor allem ihre heilkundliche und kosmetische Verwendung.
Dafür kann die Pflanze verarbeitet werden, wenn sie drei bis vier Jahre alt ist.
Die Echte Aloe enthält mehr als 160 zur Zeit bekannte Inhaltsstoffe, die bei über 60 Krankheitsbildern die Heilung verbessern und beschleunigen. Die Stoffe wirken antibakteriell, antiviral und antimykotisch. Ein Hauptstoff ist dabei das Acemannan.
Im Gegensatz zu früher hat der heute verwendete naturbelassene Extrakt der Aloe so gut wie keine Nebenwirkungen mehr wie z. B. Durchfälle.
Die innere und äußere Wirkung reicht von der Stärkung der Immunkräfte und des Herzkreislaufsystems bis zur Wundheilung.
Der Wasseranteil von etwa 96% und ein Gel der fleischigen Blätter, die einen Flüssigkeitsspeicher darstellen, kommen z.B. bei Verbrennungen als Kühlung und in kosmetischen Produkten u. a. als Feuchtigkeitsspender zum Einsatz.
Es gibt zahlreiche Erfahrungsberichte über die innere und äußere Anwendung dieser wieder in Mode gekommenen „wundersamen“ Pflanze.
Im Botanischen Garten in Wuppertal steht ein Exemplar der Echten Aloe im Sukkulentenhaus neben dem Elisenturm.

Text: Barbara Lawatsch 12 / 08

Foto: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe: 
Warburg, Prof. Dr. Otto:
Die Pflanzenwelt, Band III
Bibliographisches Institut, Leipzig, 1926

Encke, Fritz:
Pareys Blumengärtnerei, Band I
Paul Parey in Berlin u. Hamburg, 1958

Botanisches Institut Bonn:
Dumont´s Große Pflanzenenzyklopädie, Band I
Du Mont, Köln, 1998

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http://www.deam.de/news/2003_4q/2003 1007a.htm
http://www.botanikus.de/gift/aloe.html