August

Pflanze des Monats August 2012 – Große Kapuzinerkresse


Botanischer Name:
Tropaeolum majus L.

Deutscher Name: Große Kapuzinerkresse

Englischer Name: Indian Cress

Pflanzenfamilie: Tropaeolaceae (Kapuzinerkressengewächse)


Heimat/Geschichte:

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus L.) ist in Amerika von Peru bis Kolumbien in kühlen, feuchten Gebirgsregionen beheimatet. Sie kam im 17. Jahrhundert nach Europa. Carl von Linné beschrieb sie 1753 und gab ihr ihren wissenschaftlichen Namen.
Das lateinische Wort „tropaeum“ bedeutet Siegeszeichen. Vermutlich hängt die Namensgebung mit der Rundschildform der Blätter zusammen. „majus“ bedeutet groß.
Der deutsche Name leitet sich wohl von dem Nektarsporn ab, der an die Kapuze der Kapuzinermönche erinnert.
Das althochdeutsche Wort „cresso“ bedeutet scharf und weist auf den scharfen Geschmack der Pflanze hin.
Die Große Kapuzinerkresse ist eine Zier- und Nutzpflanze.


Botanik:

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus L.) ist eine kriechende und kletternde, krautige Pflanze, die bei uns einjährig kultiviert wird, da sie frostempfindlich ist. Sie gehört mit 80-90 Arten zur Gattung Tropaeolum (Kapuzinerkresse) innerhalb der Familie der Tropaeolaceae (Kapuzinerkressengewächse). Die niederliegende Pflanze wird etwa 30 cm hoch und 1,5 m breit. Finden die fleischigen, bis zu 20 cm langen, berührungsempfindlichen Blattstiele einen geeigneten Halt, kann sich die Große Kapuzinerkresse als Blattranker bis 3 m hochwinden.
Die schildförmigen, ganzrandigen, hellgrünen, leicht gelappten, wechselständigen Blätter, deren Blattstiel in der Mitte sitzt, können einen Durchmesser von bis zu 10 cm erreichen. Sie haben neun sternförmig verlaufende Adern.
Die glatten Blattoberflächen haben wie Lotuspflanzen einen wasser- und schmutzabweisenden Effekt.
Aus den Blattachseln wachsen die großen, bis 13 cm langgestielten Blüten von Juni bis zu den ersten Frösten Ende Oktober. Die zwittrigen, bis 6 cm breiten Blüten duften nicht, locken aber viele Insekten wegen ihrer leuchtenden Farben von goldgelb bis orangerot zur Bestäubung an.
Der Blütenkelch besteht aus fünf Kelchblättern, von denen drei miteinander verwachsene einen etwa 3 cm langen, wenig gekrümmten Nektarsporn bilden. Die Blütenkrone besteht aus fünf freien, meistens genagelten Kronblättern, wobei die beiden oberen, ganzrandigen kleiner als die unteren drei, oft in der Mitte gefranst, sind. Jede Blüte hat 8 Staubblätter. Der aus drei Fruchtblättern zusammengesetzte Fruchtknoten trägt einen Griffel, der in einer dreigeteilten Narbe endet.
Die große, rundliche, fleischige, runzelige schmutzig gelbe Frucht zerfällt bei der Reife in drei einsamige Spaltfrüchte. Vermehrt wird die Pflanze durch den Samen. Er bleibt etwa vier Jahre keimfähig und keimt bei Aussaat nach 7-14 Tagen.
Die Große Kapuzinerkresse ist für die Raupen des Kohlweißlings eine begehrte Nahrung. Sie ist auch für Blattläuse, die Weiße Fliege und Viren anfällig.


Standort / Verwendung:

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus L.) ist in Beeten, Töpfen und Ampeln ein ausgezeichneter Blickfang. Sie benötigt einen feuchten aber durchlässigen, nährstoffarmen Boden und volle Sonne.
Im Ursprungsgebiet wurde die Pflanze schon früh in der Volksheilkunde eingesetzt, z.B. bei der Behandlung von Wunden aller Art. Auch bei uns hat man ihre heilenden Kräfte erkannt. Es sind Präparate mit Kapuzinerkresse auf dem Markt. Die in ihr enthaltenen Senföle wirken bakteriostatisch, virostatisch und antimykotisch. Die Pflanze ist eine Art pflanzliches Antibiotikum, das wurde in den 50ziger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und wirkt z.B. bei Entzündungen der Harnwege und der Atemwege. Außerdem enthält sie auch sehr viel Vitamin C.
Sämtliche frischen Pflanzenteile werden in der Medizin und auch in der Küche verwendet.
Die Blüten und jungen Blätter werden z.B. Salaten beigegeben. Die Blüten dienen auch als essbare Verzierung. Knospen und junge Samen können in Essig eingelegt als Kapernersatz verwendet werden.
Der Geschmack der Großen Kapuzinerkresse ist leicht pfefferartig und erinnert an Brunnenkresse.
Bei Einnahme größerer Mengen sind allerdings Magen- und Darmprobleme möglich. Deshalb dürfen Säuglinge und Kleinkinder auch nichts davon zu sich nehmen. Auch Hautreizungen können durch den Kontakt mit der Pflanze ausgelöst werden.
Ausgepflanzt in Gärten soll sie unter anderem Mäuse, Ameisen und Schnecken vergrämen. Auch für eine gesunde und optisch ansprechende Mischkultur mit Gemüse eignet sie sich.
Wegen ihrer schmutzabweisenden Eigenschaften wird die Große Kapuzinerkresse außerdem gerne an staubigen Wegen angepflanzt.
Nach ihrer Einführung in Europa wurde sie lange Zeit nur als Zierpflanze verwendet.


Text:
Babara Lawatsch 7/12

Foto: Dirk Derhof

Quellenangabe:
Encke, Fritz:
Parey‘s Blumengärtnerei, Band I
Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1958

Botanisches Institut Bonn:
Dumont’s Große Pflanzenenzyklopädie, Band II
DuMont, Köln, 1998

http://www.kaesekessel.de/kraeuter/k/kapuzinerkresse.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Kapuzinerkressen

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Kapuzinerkresse