Mai

Pflanze des Monats Mai 2014 – Glockige Prachtglocke

 

Botanischer Name: Enkianthus campanulatus (Miq.) G. Nickolson

Deutscher Name: Glockige Prachtglocke

Pflanzenfamilie: Ericaceae (Heidekrautgewächse)

Heimat/Geschichte:
Die Glockige Prachtglocke (Enkianthus campanulatus (Miq.) G. Nickolson) ist von Japan, in den Bergen auf Hokaido und Honshu, bis zum Himalaja beheimatet. In Japan hat sie als Gartenblütenstrauch eine mehr als tausendjährige Tradition. Sie gehört dort in jeden klassischen japanischen Garten und wird z.B. als halbkugeliger Busch oder in Buschguppen gehalten. Man sieht sie in Japan auch als geschnittene Hecke oder als Straßenbegleitgrün.
Sie ist auch dort das Symbol der Japanischen Stadt Nakatsugawa.
Zu uns kam die Glockige Prachtglocke Ende des 19. Jahrhunderts. Hier lässt man sie stets ungehindert, also ohne besondere Eingriffe, wachsen
Der Name Enkianthus leitet sich von den griechischen Wörten  –enkyos– = schwanger und –anthos– = Blüte ab.
Die kleinen bauchigen Glockenblüten erinnern an Maiglöckchen.

Botanik:
Die Glockige Prachtglocke (Enkianthus campanulatus (Miq.) G. Nickolson) ist eine von etwa 10 Arten der Gattung Enkianthus, die zur Familie der Ericaceae  (Heidekrautgewächse) gehört.
Die Glockige Prachtglocke ist ein flach wurzelnder, straff aufrechter, sommergrüner und voll frostharter Strauch, der bis zu 3 m hoch werden kann. Er wächst langsam, benötigt einen halbschattigen, windgeschützten Standort und ist als Unterholzbepflanzung geeignet.
An den quirlig stehenden Ästen sitzen die wechselständigen Laubblätter. An den Zweigenden stehen sie besonders gehäuft. Das führt zu einem etagenartigen Habitus.
Die lederigen, stumpfgrünen Blätter sind 3 cm – 7 cm lang, am Rand fein gesägt, beiderseits borstig behaart, verkehrt eiförmig und scharf zugespitzt. Im Herbst färben sie sich leuchtend orange bis scharlachrot.
Von Mai bis Juni erscheinen 5 bis 20 Blüten an Stielen in sehr zahlreichen nickenden Blütentrauben. Die etwa 1 cm breiten Blüten sind hellgelb bis hellrosa gefärbt und mit lachsfarbenen oder rostbraunen Adern und Tupfen gezeichnet.
Die glockige oder krugförmige Blüte besteht aus 5 ca. 4 mm langen Kelchblättern und
5 verwachsenen Blütenblättern mit einem glattrandigen Saum, der in 5 Zipfeln endet. In der Glocke sind 10 kurze Staubblätter eingeschlossen, die an der Spitze 2 Anhängsel haben. Blätter und Äste verschwinden fast unter dem üppigen Blütenflor. Die fast geruchlosen Blüten werden vor allem durch Hummeln bestäubt. Es entwickeln sich 4 mm- 5 mm lange, elliptische, trockene Fruchtkapseln, die 3 – bis 5 kantige Samen enthalten.

Standort/Pflege:
Die Glockige Prachtglocke (Enkianthus campanulatus (Miq.) G. Nickolson) wächst unter ähnlichen Bedingungen wie der Rhododendron. Das sind feuchte, halbschattige, windgeschützte Standorte mit saurem, sandig- humusreichem Boden. Gegen Staunässe ist der Strauch empfindlich, und in vollem Schatten lässt die Blühwilligkeit nach.
Auch ein Formschnitt mindert die Blütenpracht.
Mit der Färbung der Blätter im Herbst in intensiven Rottönen wird die Prächtige Prachtglocke ein zweites Mal im Jahr ihrem Namen gerecht.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Absenker und Stecklinge.
Über einen Befall von Schädlingen und Krankheiten ist nichts bekannt.
In eine ostasiatisch gestaltete Gartenlandschaft mit Rhododendren, Fächerahorn, Japanischer Kirsche, Bambusarten, Kiefern fügt sich dieser zauberhafte Strauch sehr gut ein.

Text: Barbara Lawatsch 4/14

Fotos: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangaben:
Encke, Fritz: Pareys Blumengärtnerei, Band II, Paul Parey in Berlin u. Hamburg, 1960
Krüssmann, Gerd: Handbuch der Laubgehölze, Band I, Paul Parey in Berlin u. Hamburg, 1977
Botanisches Institut Bonn: Dumont´s Große Pflanzenenzyklopädie, Band I, Dumont, Köln, 1998
Bärtels, Andreas: Enzyklopädie der Gartengehölze, Eugen Ulmer, Stuttgart, 2001

http://de.wikipedia.org/wiki/Glockige_Prachtglocke

http://www.gartendatenbank.de/wiki/enkianthus-campanulatus