März

Pflanze des Monats März 2011 – Japanische Kamelie

Botanischer Name: Camellia japonica L.

Deutscher Name: Japanische Kamelie

Pflanzenfamilie: Theaceae (Teestrauchgewächse)


Heimat/Geschichte:

Die Japanische Kamelie (Camellia japonica L.) ist in subtropischen und tropischen Küstenregionen Südostasiens, Chinas, Japans und Indiens beheimatet. Sie ist eng mit dem Teestrauch verwandt.
Entdeckt für Europa wurde sie von Georg Joseph Kamel (1661 – 1706), latinisiert: Camellus, einem deutsch-tschechischen Jesuiten, Botaniker und Apotheker, der für die mährische Brüdermission auf den Philippinen tätig war.
Auf das europäische Festland gelangten die Kamelien aber erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Der schwedische Botaniker Carl Peter Thunberg soll 1779 vier rot und einfach blühende Kamelienpflanzen aus Japan mitgebracht haben. Diese Kostbarkeiten gingen an die Botanischen Gärten von Hannover-Herrenhausen, Kew bei London, Pillnitz bei Dresden und Schönbrunn bei Wien. Die beiden Kamelien in Hannover und Pillnitz sind noch vorhanden und zu bewunderten großen Exemplaren herangewachsen. Allein die über 200 jährige Kamelie in Pillnitz mit ihren etwa 35000 Blüten überwintert eingepflanzt im Freien, allerdings unter einem mobilen Gewächshaus von Oktober bis Mai.
In Europa erreichte die Kamelie ihren modischen Höhepunkt im 19. Jahrhundert mit vielen Züchtungen. Sie gehörte zur adeligen und großbürgerlichen Kultur. Alexandre Dumas schrieb z.B. den Roman „Die Kameliendame“, der Guiseppe Verdi als Vorlage für die Oper „La Traviata“ diente.
In ihrer Heimat war die Kamelie ein schon lange bekannter und beliebter Zierstrauch. Mit ihr verband man symbolisch Freundschaft, Eleganz, Harmonie aber auch Vergänglichkeit und Tod.


Botanik:

Die Japanische Kamelie (Camellia japonica L.) gehört mit etwa 250 Arten zur Gattung Camellia innerhalb der Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae). Sie ist ein langlebiger, immergrüner, nicht voll frostharter, dicht verzweigter Strauch oder kleiner Baum, der etwa 10 m hoch werden kann. Er benötigt sauren Boden und Luftfeuchtigkeit.
Die Rinde junger Zweige ist hellgrau und glatt, später wird sie rotbraun.
Die wechselständig angeordneten, gestielten, ungeteilten, elliptischen Blätter haben einen gezähnten Rand, laufen spitz zu und sind dunkelgrün, glänzend und lederig.
Sie werden bis zu 8 cm lang und bis zu 5 cm breit.
Die Kamelie hat als Wildform rote, ungefüllte, nicht duftende Blüten, die kurz gestielt sind. Die Blüten setzen sich aus 5 Kelchblättern und fünf bis sieben 3 cm – 4 cm breiten Kronblättern und zahlreichen, oft zu Bündeln vereinigten Staubblättern zusammen. Die Blüten stehen einzeln oder paarweise in den Blattachseln und haben einen Durchmesser von bis zu 5 cm. Sie blühen, je nach Standort, vom Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr. In ihrer Heimat werden sie auch wegen des reichlich vorhandenden Nektars durch Vögel bestäubt.
Da die Pflanze vielfach gekreuzt wurde, entstand eine große Zahl an Sorten mit Blütentypen z.B. von ungefüllt bis dicht gefüllt und Blütenfarben von reinstem Weiß bis Dunkelrot. Auch duftende Blüten sind entstanden.
In rundlichen, holzigen Kapseln reifen von September bis Oktober große, dunkelbraune Samen. Sie sind etwa 2,5 cm lang und halb so breit.
Für Blattläuse, Schildläuse, Viruserkrankungen und den Dickmaulrüssler ist die Kamelie u.a. anfällig.


Standort/Pflege/Verwendung:

Die Japanische Kamelie (Camellia japonica L.) eignet sich als eleganter Strauch mit seinen prachtvollen Blüten im Topf oder Kübel für Terrassen oder ausgepflanzt z.B. mit Moorbeetpflanzen in wintermilden Lagen.
Sie benötigt einen halbschattigen, windgeschützten, möglichst frostfreien Ort. Die Erde muss feucht, doch wasserdurchlässig und sauer sein (pH 5,5 – 6,5). Der Wurzelballen darf nicht austrocknen.
Die Blüten eignen sich gut als Schnittblumen. Die Kamelie verträgt ohnehin einen starken Rückschnitt. Für einen Knospenansatz ist eine Temperatur von über + 15 °C für eine längere Zeit erforderlich. Das Abstoßen der Knospen wird dann aber durch einen kühlen Standort in feuchter Luft verhindert.
Vermehrt wird die Kamelie durch Samen oder Stecklinge.
Die Samen enthalten etwa 70 % Fett, das in der Kosmetikherstellung, bei der Ernährung und zur Pflege von Metallgeräten verwendet wurde und wird.
Im Lauf der Zeit wurde die Kamelie durch den robusten Rhododendron, ebenfalls eine Moorbeetpflanze, verdrängt. Doch durch ihren dekorativen Wert haben die vielen Sorten zur Zeit wieder viele Liebhaber gefunden.

Im Botanischen Garten Wuppertal werden rote Hybriden von Camellia japonica L. sowie eine weißblütige Camellia sasanqua Thunb. ex Murr. kultiviert.

Die Kamelie ist Knopfblume der Kavaliere, Blume der Toreros.
Die Blume der Liebenden und des Todes in Verdis „La Traviata“.
Letzter Akt, letzte Szene, zum letzten Mal Violetta, eine Kamelie im schwarzen Haar.

Helga Schütz
(aus: Daheim im Sand, Berlin 2002)


Text: 
Barbara Lawatsch 2/11

Foto: Prof. Dr. Manfred Brusten


Quellenangabe:

Encke, Fritz:
Pareys Blumengärtnerei, Band II
Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1960

Krüssmann, Gerd:
Handbuch der Laubgehölze
Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1976

Ulmers Pflanzenmagazin:
Gartenpraxis 11/1991
Eugen Ulmer, Stuttgart

Botanisches Institut Bonn:
Dumont’s Große Pflanzenenzyklopädie, Band I
Dumont, Köln, 1998

http://de.wikipedia.org/wiki/Kamelie