Juli

Pflanze des Monats Juli 2012 – Liebesblume


Botanischer Name:
Agapanthus praecox ssp. orientalis Leighton

Deutsche Namen: Liebesblume, Schmucklilie

Englischer Name: Lily of the Nile

Pflanzenfamilie: Alliaceae (Lauchgewächse)


Heimat/Geschichte:

Der Name Agapanthus leitet sich aus dem Griechischen ab. Von dem französischen Botaniker L’Héritier wurde für die vorher unterschiedlich bezeichnete Pflanzengattung einen neuen Namen aus den griechischen Worten agápe (Liebe) und ánthos (Blume) geschaffen. Im Deutschen heißt die Pflanze daher auch Liebesblume, meist aber Schmucklilie.
Das natürliche Ausbreitungsgebiet alle Agapanthus-Arten ist Südafrika. Sie kommen vom Küstenbereich bis ins Bergland in Höhen von bis zu 2.000m vor. Agapanthus orientalis kommt lediglich in südlichen und östlichen Teilen Südafrikas vor, wo sie sich die Pflanze perfekt den Umwelteinflüssen fügt. Bei der einheimischen Bevölkerung spielt Agapanthus in der Naturheilmedizin eine Rolle.


Botanik:

Von den Agapanthus-Arten gibt es 11 gut gegeneinander abgrenzbare, von denen Agapanthus orientalis die prächtigste Art darstellt.
Manche der Arten sind in geschützten Lagen winterhart, so z.B. Agapanthus campanulatus Leighton, A. nutans Leighton, A. caulescens Spreng. und A. inapertus P. Beauv. .
Agapanthus orientalis
besitzt bis zu 20 riemenförmige, fleischige, bis zu 75 cm lange und ca. 5 cm breite Blätter, die einem mit fleischartigen Büschelwurzeln versehenden, rizomartigen Wurzelstock entspringen.
Zwischen Juli und August erscheinen auf dem ca. 60cm hohen Blütenschaft bis zu 110 Einzelblüten in einer Enddolde. Sie wird vor der Blütenentfaltung von zwei breiten Hüllblättern umschlossen.
Alle Blüten besitzen 6 Korn- sowie 6 Staubblätter, sowie einen fadenförmigen Griffel mit einer kleinen Narbe.
Die dreilappigen Samenkapseln enthalten unzählige schwarze Samen.
Im gärtnerischen Bereich ist die Unterscheidung zwischen immergrünen und einziehenden Agapanthus von Bedeutung. Bei beiden Formen gibt es blaue und weiße Sorten in verschiedensten Formen und mit oft sehr ähnlichen Merkmalen.
Immergrüne Agapanthus behalten auch im Winter ihre grünen Blätter, sind daher ganzjährig attraktiv. Wobei wiederum einziehende Agapanthus über Winter ihr Laub verlieren. Im Gegensatz zu den Immergrünen können sie daher auch im Dunkeln überwintert werden und vertragen trocken gelagert auch etwas Frost. Blätter und Blüten sind meist etwas kleiner als bei den immergrünen Formen.


Standort/Verwendung/Pflege:

Agapanthus orientalis ist anspruchslos und wächst normalerweise an trockenen Böschungen oder in Küstennähe. Sie bevorzugt sonnige Standorte, verträgt aber auch etwas Schatten und begnügt sich mit fast jedem Boden, solange im Frühjahr und im Sommer genügend gewässert wird. Sie wächst gut an und bildet schnell dichte Horste. Da die meisten Agapanthus-Arten frostempfindlich sind, empfiehlt sich eine Haltung in Kübeln (Überwinterung in kühlen, aber frostfreien Räumen). Sie müssen auch im Winter genügend Licht bekommen. Gegen Ende des Winters entfernt man die Blütentriebe und abgestorbenen Blätter.
Vermehrung durch Teilung im Spätwinter oder durch Aussaat im Frühjahr oder Herbst.
Agapanthus orientalis wird auf Grund seiner dominierenden Blütenpracht während des Sommers auf sonnigen Terrassen, Gartenplätzen, großen Rasenflächen im Park oder als kleinere Pflanzen auf dem Balkon oder Dachgarten aufgestellt.
Auch für den Schnitt eignen sie sich gut und werden in der Binderei verwendet.
Da stark durchwurzelte Pflanzen besser blühen, wird alle paar Jahre neu verpflanzt um den Boden nährstoffreicher und luftdurchlässiger zu machen. Die Erde sollte aus einer Mischung aus Lehm, Mistbeeterde und Sand bestehen, vorallem aber sehr nahrhaft sein.
Im Sommer ist Agapanthus orientalis stark zu wässern und zwischen April und August wöchentlich zu düngen.
Krankheiten und Schädlinge treten sehr selten auf. Bei zu feuchter sowie zu dunkler Überwinterung kann es Ausfälle durch Fäulnis geben.
Eine Aussaat führt erst in etwa 4-5 Jahren zu einer blühfähigen Pflanze und ergibt häufig eine Mischung verschiedenster Typen. Die Samen keimen unregelmäßig und liegen zum Teil sehr lange. Keimkraft 2-3 Jahre.
Die Liebesblume findet auch in der Romantik ihren Platz (die mystische Blume).
Diese wohl bekannteste Symbolik der Romantik benutzt auch Novalis (Friedrich von Hardenberg) 1800 in seinem fantastischen Romanfragment: „Heinrich von Ofterdingen“

…Was ihn aber mit aller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die zunächst an der Quelle stand und ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit…

 

Text: Dirk Derhof / Felix Jacobs

Fotos: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe:
Gordon Cheers, Botanica
Könemann Verlagsgesellschaft mbH, Köln
überarbeitete, deutsche Ausgabe 1998

Fritz Encke, Parey‘s Blumengärtnerei
Paul Parey in Berlin und Hamburg
2. Auflage 1958

Jelitto, Schacht, Feßler, Die Freiland-Schmuckstauden
Eugen Ulmer Verlag, 1990

Encke Fritz, Die schönsten Kalt- und Warmhauspflanzen
Eugen Ulmer Verlag, 1968

http://www.agapanthusfarm.de/deutsch/agapanthus-informationen-kompakt.html

http://www.agapanthus-freunde.de/

http://www.palmengarten.de/Pflanzen/Agapanthus.htm