Februar

Pflanze des Monats Februar 2009 – Chinesische Winterblüte


Botanischer Name: Chimonanthus praecox (L.) Link

Deutscher Name: Chinesische Winterblüte

Englischer Name: Wintersweet

Pflanzenfamilie: Calycanthaceae (Gewürzstrauchgewächse)

Heimat / Geschichte:
Die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox (L.) Link), ein winterharter Strauch, ist in den Gebirgswäldern Ost – Chinas bis in eine Höhe von 300 m beheimatet.
Stammesgeschichtlich ging sie aus der uralten Pflanzenfamilie der Gewürzstrauchgewächse (Calycanthaceae) hervor.
Im Jahr 1766 wurde sie nach Europa eingeführt.
Die Namensbezeichnung stammt von den griechischen Wörtern „cheimon“ = Winter und „anthos“ = Blüte ab.
Der Namenszusatz „praecox“ weist auf das frühe Blühen im Jahr schon vor dem Blattaustrieb hin.
In Japan werden Zweige der Winterblüte für die Neujahrsfeiern im Januar in Vasen gestellt, da sie dort als Glückssymbol gelten.

Botanik: 
Die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox (L.) Link) ist eine von sechs laubabwerfenden, frostharten Straucharten, die zur Gattung Chimonanthus gehören.
Diese Gattung gehört zur Familie der Calycanthaceae (Gewürzstrauchgewächse).
Der Strauch wächst etwas sparrig mit abgewinkelten Zweigen bis zu einer Höhe von 3 m – 4 m und einer Breite von 3 m.
Die drahtigen, geschuppten Zweige sind erst graugrün, später braun.
Die eiförmig – elliptischen bis lanzettlichen, ganzrandigen, derben, beiderseits glänzenden, hellgrünen Blätter sind 7 cm – 20 cm lang, zugespitzt und 3 cm bis 7 cm breit.
Sie sitzen zu mehreren gegenständig angeordnet an den Zweigenden. Auf den Nerven sind sie behaart.
Kurz vor der Blüte erst fällt das leuchtend grüngelbe bis gelbe Herbstlaub im November/ Dezember ab.
Die achselständigen, glockigen, 2,5 cm breiten Einzelblüten öffnen sich schon vor Weihnachten und blühen bis Februar/ März. Frost unter -10°C schadet ihnen allerdings.
Auch bei nicht ausgereiftem Holz sind Frostschäden möglich.
Im Sonnenschein verströmen die Blüten einen wunderbaren süßen Vanille – Veilchen – Honigduft.
Obwohl die Winterblüte in der kalten Jahreszeit blüht, ist sie auf die Bestäubung durch die Insekten angewiesen (Bienen, Hummeln, Fliegen, Käfer).
Die wachsartig durchscheinenden, abwärts geneigten Blüten entwickeln sich aus 3 mm – 4 mm großen schuppigen Knospen. Die Blüten entfalten sich am zweijährigen Holz.
Von den zahlreichen Blütenblättern (Tepalen) sind die außen stehenden gelblichweiß, die inneren kleiner und von braungelben bis purpurnen Adern durchzogen. In der Mitte der Blüte sitzen fünf bis sechs zusammengeneigte funktionelle Staubblätter und zahlreiche sterile (Stanienodien).
Die sich entwickelnden lederartigen, 4 cm langen, braunen Früchte sind eine am oberen Ende zusammengezogene Kapsel. In ihnen reifen in warmen Sommern auch bei uns die Samen heran.
Krankheiten und Schädlinge sind bei der Chinesischen Winterblüte nicht bekannt.

Standort / Pflege: 
Die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox (L.) Link) gehört zu den größten Gehölzkostbarkeiten. Gärten, Parkanlagen oder Innenhöfe werden schon im Dezember / Januar von ihrem angenehmen Blütenduft erfüllt.
Sie wird als Solitärstrauch oder in Rabatten angepflanzt. Besonders geeignet ist ein Standplatz an sonnigen, windgeschützten Mauern in nährstoffreicher, wasserdurchlässiger Erde.
Die Winterblüte ist sehr pH – tolerant.
Direkt nach der Blüte kann der Strauch beschnitten werden.
Abgeschnittene Zweige halten sich gut in Vasen, und die Blüten verbreiten dann auch im ganzen Haus ihren Duft.
Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Stecklinge.
Da die zauberhafte Winterblüte in der trüben Winterzeit lange in voller Blüte steht, gewinnt sie in Parks und Gärten an Beliebtheit.
Im Botanischen Garten in Wuppertal findet man sie als ca. 20 Jahre alten, sehr kräftigen Strauch an der unteren Mauer des Elisenturms.
Außerdem ziert auch ein eindrucksvolles Foto der Winterblüte das Jahresprogrammheft 2009 des Botanischen Gartens Wuppertal.

Text: Barbara Lawatsch 01/ 09

Fotos: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe: 

Encke, Fritz:
Pareys Blumengärtnerei, Band 1
Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1958

Krüssmann, Gerd: Handbuch der Laubgehölze
Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1976

Botanisches Institut Bonn:
Dumont´s Große Pflanzenenzyklopädie, Band 1
Du Mont, Köln, 1998

Bärtels, Andreas:
Enzyklopädie der Gartengehölze
Verlag Ulmer, Stuttgart, 2001

http://www.botgart.uni-bonn.de/o_samm/allmonat_det.