Oktober

Planze des Monats Oktober – Tupelobaum


Botanischer Name: Nyssa sylvatica Marshall

Deutsche Namen: Tupelobaum

Pflanzenfamilie: Nyssaceae (Tupelobaumgewächse)

Pflanzenfamilie:
Die Gattung Nyssa bildet eine eigene Familie, die Tupelobaumbewächse (Nyssaceae).
Nyssa ist der Name einer griechischen Wassernymphe, da die meisten Arten in sumpfigen Gebieten wachsen. Bevor die Gattung Nyssa jedoch durch Botaniker in eine eigenständige Familie überführt wurde, gehörte die Gattung in die Hartriegelgewächse (Cornaceae), mit denen sie verwandt sind.
Interessant ist auch, daß der Tauben- oder Taschentuchbaum (Davidia involucrata Baill. var. vilmoriniana (Dode) Wangerin), der ebenfalls im Botanischen Garten Wuppertal zu finden ist, früher einmal zu den Tupelobaumgewächsen gezählt wurde.

Herkunft:
Der Tupelobaum ist in Nordamerika: Maine bis Ontario, Michigan, Illinois, Missouri und Oklahoma, südlich bis Florida und Texas beheimatet. Er wächst in trockenen, sowie feuchten Wäldern und an Sümpfen. Weiterhin gehören Berghänge und Hügelland-schaften zu seinen Lebensräumen.
Andere Arten wie die Nyssa aquatica L.Nyssa ogeche Bartr. Ex Marsh. und Nyssa sinensis Oliv. sind nur an zwei Stellen der Welt verbreitet. Insgesamt sind es vier Arten in Nordamerika und zwei in Asien.

Botanisches:
Der Baum kann eine Höhe von 30- 35 m erreichen und das nicht nur an seinem natürlichen Standort, sondern auch in unseren Regionen.
Die Krone bildet sich zylindrisch aus und die unteren Äste hängen meist bis zum Boden.
Die elliptisch, bis zu 12 cm langen Blätter sind an der Oberseite glänzend grün und
an der Unterseite bläulich.
Im Herbst färben sich die Blätter prächtig gelb bis scharlachrot aus und leuchten stark in der Herbstsonne. Dieses macht das Bild von einem besonders wertvollen Parkbaum komplett, der außerdem noch industriefest und resistent gegen Krankheiten ist.

Die Blüten sind bei diesem Baum unscheinbar. Sie erscheinen kurz nach dem
Blattaustrieb im Frühjahr und haben eine grünliche Farbe. Nach der Befruchtung bilden sich blauschwarze Früchte aus, die meist zu dritt beisammen hängen. In ihnen sitzt ein ca. 1 cm langer gerippter Kern.

Kultur:
Die Art N. sylvatica ist die einzige, die mit trockenen und mit feuchten Standorten zurecht kommt. Alle anderen mögen es lieber feucht bzw. sogar sumpfig.
In Deutschland ist diese Art nahezu überall winterhart. Je älter der Baum wird, um so unempfindlicher ist er. Die Anzucht durch Samen, die aus den USA importiert werden, ist im kalten Kasten problemlos. Ebenfalls ist eine Stecklingsvermehrung im Früh- und Hochsommer möglich. Im Frühsommer sollten Stecklinge mit noch grünem Holz, später dann halb verholzte genommen werden.

Im Botanischen Garten Wuppertal:
Diese Baum-Art, die aus Samen vermehrt und um 1990 im Botanischen Garten Wuppertal gepflanzt wurde kam ursprünglich aus dem Botanischen Garten Rochester (USA) am 03.03.1981 zu uns. Zunächst fand der junge Baum einen Platz in der Nähe des alten Sukkulentenhauses. Wegen des Neubaus des Sukkulentenhauses musste Ende 1999 ein neuer Standort gesucht werden. Da der Tupelobaum Verpflanzungen auch im Jugendstadium nicht verträgt (laut Angaben in der Literatur), war die Verpflanzung ein Wagnis. Nach neun Jahren kann man durchaus sagen, dass die Nyssa sylvatica den Standortwechsel ohne Schaden überstanden und mit den Jahren auch schon einen kräftigen Zuwachs gemacht hat.

Text: Dirk Derhof, Frank Telöken 09/00, überarbeitet 09/08
Fotos: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe:
Handbuch der Laubgehölze, Herausgeber: Gerd Krüssmann
Verlag: Paul Parey
Dumont´s große Pflanzenenzyklopädie, Herausgeber der deutschen Ausgabe: Prof. Dr. Wilhelm Barthlott, Verlag: Dumont
Pareys Blumengärtnerei, Herausgeber: Fritz Encke, Verlag: Paul Parey