März

Pflanze des Monats März 2014 – Zaubernuss

P1930878 - Hamamelis mollis Oliv - Chinesische Zaubernuss China

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Botanischer Name: Hamamelis L.

Deutscher Name: Zaubernuss

Pflanzenfamilie: Hamamelidaceae  ( Zaubernussgewächse)

Heimat/Geschichte:
Die Zaubernussarten (Hamamelis L.) sind in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel der Erde und dort in O.-Amerika und in O.- Asien beheimatet. Man findet sie an Flussufern und Waldrändern.
Carl von Linne` benannte die dazu gehörende Gattung 1742:  Hamamelis (griechisch)/ Zaubernuss.
Von der Gattung Hamamelis waren bis vor kurzer Zeit erst 4 Arten bekannt:
Hamamelis japonica (Asien
Hamamelis mollis ( Asien)
Hamamelis vernalis (Amerika)
Hamaelis virginiana (Amerika)
Nun ist 2006 in Amerika eine fünfte Art Hamamelis ovalis entdeckt worden.
Die Familie Hamamelidaceae gehört zu den ältesten bedecktsamigen Pflanzen der Erde. Ihr Vorkommen kann man bis in die Kreidezeit vor etwa 100 Millionen Jahren zurückverfolgen.
Bei uns ist die Zaubernuss allerdings bis heute als Zierstrauch in Parkanlagen und Gärten nicht weit verbreitet.

Botanik:
Zur Familie der Zaubernussgewächse ( Hamamelidaceae) gehören 20 Gattungen. Die Gattung Hamamelis umfasst nun 5 Arten. Es sind sehr frostharte, sommergrüne, einhäusige Ziergehölze oder kleine Bäume, die zu den Winterblühern zählen.
Alle Arten wachsen langsam, werden 4 m bis 6 m hoch und verlieren im Herbst nach einer intensiven gelben oder roten Laubfärbung ihre Blätter. Sie bevorzugen leicht sauren, auch sandigen Boden und einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
Die Rinde der Zweige ist grau bis graubraun und in jungen Jahren sternhaarig versehen.
Die 10 cm bis 15 cm lederigen, schief buchtigen, verkehrt eiförmigen, am Rand gezähnten Blätter sitzen wechselständig an kurzen Stielen.
Bis der Strauch zum ersten Mal Blüten trägt, muss er ca. 6 Jahre alt werden.
Er blüht, je nach Art, dann von Dezember bis April.
Die duftenden, 2 cm bis 3 cm breiten, spinnenförmigen Blüten stehen vor dem Laubaustrieb in dichten, fast sitzenden, gestielten, büschelartigen Köpfchen achselständig.
Die Köpfchen setzen sich aus etwa 4 Blüten zusammen. Je nach Art sind sie gelb bis rot und im Zentrum oft rostrot gefärbt. Sie duften süßlich bis scharf und streng so stark, dass sie sich als Zimmerschmuck nicht gut eignen.
Die Blüte setzt sich aus 4 dicht behaarten, eiförmigen Kelchblättern, 4 schmallinealisch gekrümmten 1 cm bis 2 cm langen Kronblättern, 4 kurzen Staubblättern, 2 kurzen Griffeln und einem zweifächerigen Fruchtknoten zusammen. Die Befruchtung erfolgt durch Fremd- oder Windbestäubung. Aus dem Fruchtknoten mit 4 Kelchlappen entwickeln sich holzige, sich zweiklappig öffnende Kapselfrüchte, die jeweils nur 2 schwarze, harte, ellipsoide Samen enthalten. Bei Reife öffnen sich die kugeligen Kapseln von der Spitze her explosionsartig und schleudern die bis zu 1 cm langen Samen mehrere Meter weit fort.
Die Samen werden gerne von Mäusen gefressen.
Anfällig ist die Zaubernuss für den Hallimasch und die Rotpustelkrankheit.

Standort/Pflege:
Da die Zaubernuss (Hamamelis L.) im Winter leuchtend blüht und duftet, hat sie einen besonderen Wert für Gärten und Parkanlagen. Im Gegensatz zu anderen Winterblühern blüht sie auch unbeschadet bei Eis und starkem Frost. Vielleicht hat sie wegen dieser Widerstandskraft auch den Namen „Zaubernuss“ bekommen.
In der Volksheilkunde wurden die Blätter, Rinde und Blüten der Zaubernuss von der amerikanischen Urbevölkerung schon lange vor allem äußerlich als adstringierendes, entzündungshemmendes Mittel verwendet. Auch heute wird sie intensiv als Heilpflanze genutzt. Ihre Wirkstoffe werden in Arzneimitteln und in der Kosmetik eingesetzt.
Gelb blühende Zaubernüsse stehen als kostbare Solitärgehölze am besten vor einem dunklen Hintergrund, um sie noch besser zur Geltung zu bringen. Im Sommer ist der Strauch dagegen eher unscheinbar. Ein Feuerwerk an Farbigkeit entsteht aber auch im Herbst bei der Laubfärbung.
Da die Zaubernüsse langsam wachsen, einen lockeren Aufbau haben, erübrigen sich Astschnitte. Einen stärkeren Rückschnitt vertragen sie auch nicht und verlieren an Formschönheit.
Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Ableger und Sommerstecklinge.
Im Botanischen Garten Wuppertal und in der Parkanlage auf der Hardt stehen alle Zaubernussarten bis auf Hamamelis ovalis.

Text: Barbara Lawatsch  02/14

Fotos: Prof. Manfred Brusten

Quellenangabe:
Encke, Fritz: Parey`s Blumengärtnerei, Band I, Paul Parey in Berlin u. Hamburg, 1958
Ulmers Pflanzenmagazin, Gartenpraxis 02/2014, Verlag Eugen Ulmer/ Stuttgart
Botanisches Institut Bonn, Dumont`s Große Pflanzenenzyklopädie, Band I, Dumont, Köln, 1996
Bärtels, Andreas: Enzyklopädie der Gartengehölze, Eugen Ulmer, Stuttgart 2001

http://de.wikipedia.org/wiki/Zaubernuss

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/hamamelis.htm