Juli

Pflanze des Monats Juli 2007 – Wilder Majoran

Botanischer Name: Origanum vulgare L.

Deutsche Namen: Wilder Majoran, Gewöhnlicher Dost, Oregano, Wohlgemut

Pflanzenfamilie: Lamiaceae / früher Labiatae (Lippenblütler)

Heimat / Geschichte:
In Deutschland wächst Wilder Majoran (Origanum vulgare L.) auf trockenen Wiesen, an Wegrändern und Böschungen mit kalkhaltigem Untergrund.
Ursprünglich ist er im Mittelmeerraum beheimatet und Bestandteil der mediterranen Küche. Das Wort Oregano kommt aus der griechischen Sprache. Es bedeutet: Schmuck der Berge „óros“ = Berg und „gános“ = Schmuck, Glanz). Der Wilde Majoran war den Griechen im 1. Jahrhundert n. Chr. als Heilmittel bekannt und hatte im Mittelalter einen legendären Ruf. Er ist eines der stärksten natürlichen Antibiotika überhaupt und hilft u. a. bei Verdauungsbeschwerden. Oregano oder Dost wurde schon in der Antike auch als dämonenabwehrendes Mittel eingesetzt. Er sollte Kummer verschwinden lassen, erloschenen Lebensmut wieder aufrichten und den Menschen fröhlich machen. Aus diesem Grund trägt die Pflanze auch den Namen Wohlgemut.

Botanik: 
Die Gattung Origanum gehört zur Familie der Lamiaceae, früher Labiatae (Lippenblütler). Sie umfasst ca. 20 rhizombildende, laubabwerfende Arten, wovon nur das frostharte Origanum vulgare L. (Wilder Majoran / Dost ) auch bei uns beheimatet ist. Außer im Mittelmeerraum ist der Wilde Majoran ebenfalls von Kleinasien bis China verbreitet. Es ist eine mehrjährige, dicht verzweigte Staude, die 20 cm bis 70 cm hoch wird. Die vierkantigen Stängel sind rötlich und weisen eine leichte Behaarung auf. Die gegenständig angeordneten, kurz gestielten, ovalen bis herzförmigen, dunkelgrünen Laubblätter laufen meist spitzig aus, sind 1,5 cm bis 4,5 cm lang und 0,5cm bis 2,5 cm breit. Sie sind unterseitig stark geädert. Der Blattrand ist glatt oder stumpf gezähnt und kann an den Blatträndern leicht behaart sein. Die ganze Pflanze duftet wegen zahlreicher Öldrüsen, die auch Thymol enthalten, intensiv herb aromatisch. Sie blüht von Juli bis September mit kleinen rosa – violetten Lippenblüten in trugdoldigen Rispen, die kurz gestielt in den Achseln der oberen Blattpaare stehen.
Die Blütenkrone besteht aus einer dreilappigen Unterlippe, einer aufrechten Oberlippe und 4 herausragenden Staublättern. Der 3 mm lange Kelch wird von der 4 mm bis 7 mm langen Kronröhre überragt. Der Name „Dost“ spielt auf den straußartigen Charakter des Gesamtblütenstandes an. Die Blüten sind stets dicht mit Bienen, Hummeln und Faltern besetzt.

Standort / Pflege /Vermehrung: 
Der Wilde Majoran ist nicht anfällig für Schädlinge. Er benötigt nährstoffarmen, fast trockenen, vorzugsweise alkalischen Boden. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder im Frühling durch Teilung oder grundständige Stecklinge. Ein Zurückschneiden vor dem Winter verhindert, dass die Pflanze struppig wächst.
Oregano hat eine pfefferige Duftnote mit einem Anklang an Zitrone. Der Grundgeschmack ist angenehm scharf und bitter. Einige Oregano – Sorten werden getrocknet unter dem griechischen Namen „Rigano“ angeboten. Getrocknete Oreganoblätter sind viel aromatischer und würzkräftiger als frische. Zum Trocknen erntet man die Stängel nach der Knospenbildung und hängt sie in Büscheln auf. Die abgerebelten Blätter werden luftdicht verschlossen aufbewahrt. Getrocknet halten sie ein Jahr. Das kräftige Aroma des Wilden Majorans passt gut zu allem Gegrillten und in Füllungen, herzhaften Suppen. Sogar in Hamburgern ist es zu finden. Pizza wäre ohne Oregano undenkbar. Als Würzmittel ist der Wilde Majoran (Dost / Oregano) mindestens seit dem 17. Jahrhundert nördlich der Alpen im Gebrauch. Trotzdem spielt das Gewürz in der deutschen Küche eher eine geringe Rolle.
Der Wilde Majoran (Origanum vulgare L.) und der Echte Majoran (Origanum majorana L.) auch Wurstkraut genannt, werden häufig verwechselt. Denn das Wort
„Oregano“ wird oft als Oberbegriff für einen bestimmten Geschmacks- und Aromatypus verwendet. Beide Arten sind beliebte Küchenkräuter.

Text: Barbara Lawatsch 06/07
Fotos: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe:
Fritz Encke: Pareys Blumengärtnerei, Band II, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1960
Dumont`s Große Pflanzenenzyklopädie, Botanisches Institut Bonn, Band II, Du Mont-Verlag Köln 1998
Dietmar Aicheles/ Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 4, Kosmos-Verlag Stuttgart 2000