Juli

Pflanze des Monats Juli 2011 – Pomeranze


Botanischer Name:
Citrus aurantium L. ssp. Aurantium

Deutscher Name: Pomeranze, Sauerorange, Bittere Orange

Familie: Rutaceae (Rautengewächse)


Heimat: 
Südhänge des Himalaja-Gebirges, Malaysien, Ostafrika


Verbreitung:
Florida, Mittelmeerraum und andere tropische und subtropische Gebiete.


Botanischer Merkmale:

Die Pomeranze (Citrus aurantium L.) ist ein kleiner Baum, der rundkronig, regelmäßig verzweigt ist. Er hat Triebe mit langen, jedoch stumpfen und biegsamen Dornen. Die Blätter sind immergrün, elliptisch, spitz zulaufend und etwa 7 – 10 cm lang, ihre Basis ist mehr oder weniger keilförmig. Der Stiel ist breit geflügelt.
Die Blüten der Pomeranze sind einzeln oder in Büscheln vorhanden und achselständig. Sowohl in der Knospe als auch im vollblühenden Zustand tragen sie eine weiße Farbe und sind wohlriechend. Die Früchte sind kugelig oder etwas abgeflacht und 5 – 7 cm breit. Bei Vollreife haben sie innen eine Höhlung und das Fruchtfleisch schmeckt sauer.


Standort/Pflege:

Citrus aurantium L. kommt an sonnigen, warmen Standorten in Mitteleuropa (gemäßigtes Klima) vor. Bei uns ist sie als Kalthauspflanze zu kultivieren. Sie bevorzugt kalkarme (pH-Wert 5,5 – 6,5), feuchte, gut drainierte und stickstoffreiche Böden.
In unserer Klimazone ist die Pomeranze Kübelpflanze, die in den Sommermonaten im Freien stehen sollte. Regelmäßige Wasser- und Düngergaben in der Wachstumszeit von April bis September sind wichtig (weiches Gießwasser -< 20 dH- mit wöchentlichen Gaben eines stickstoffbetonten Mehrnährstoffdüngers, 3g pro Liter Wasser). In der Wachstumsruhe von Oktober bis März sollte die Pflanze nur spärlich gegossen werden, die Düngergaben sollten daher schrittweise reduziert werden, so dass von etwa November bis Februar keine Düngung erfolgt. Dann kann mit steigender Licht- und Wärmeintensität auch die Wasser- und Nährstoffgabe erhöht werden.
Die Überwinterung sollte möglichst hell, kühl (max. +5 bis +10 C) und trocken stattfinden. Außerdem sollte die Pflanze nur gegossen werden, wenn das Substrat oberflächig abgetrocknet ist. Als Überwinterungsräume eignen sich Wintergärten, Gewächshäuser, frostfreie Terrassen/Veranden oder auch helle, gut durchlüftete Keller.
Ein Formschnitt sollte möglichst vor der Wachstumszeit im Februar – März erfolgen, dabei werden im Normalfall nur die äußersten Triebspitzen eingekürzt.
Die Vermehrung der Wildform erfolgt aus Samen, im Ertragsanbau ist jedoch die Veredelung üblich (schnellerer und höherer Fruchtansatz).
Schäden durch Spinnmilben, Blattläuse, Rußtaupilze und Chlorosen (Gelbfärbung) treten am häufigsten auf. Der beste Schutz vor Krankheiten sind ein optimaler Stand und optimale Pflege im Sommer und Winter. Befallene Stellen können entweder mit der Rosenschere großzügig entfernen werden oder bei größerem Befallsdruck durch Anwendung von chemischen Mittel bekämpft werden.


Allgemeines:

Citrus aurantium L. gliedert sich in zwei Subspecies (Unterarten), nämlich in
C. aurantium ssp. aurantium (Pomeranze) und C. aurantium ssp. bergamia (Risso et Poit.) Engl. (Bergamotte), die in Kalabrien und Sizilien kultiviert wird und eine Varietät der myrtifolia Ker-Gawl. (Chinotto) ist, die aus Israel stammt. Die Beerenfrucht und die Blüten der Pomeranze dienen zur Gewinnung ätherischer Öle (Parfüm) und die Früchte zur Herstellung der englischen Orangenmarmelade (‚Orange Jam‘). Die Schalen werden kandiert zu Orangeat verarbeitet.
Das Fruchtfleisch enthält den Bitterstoff „Aurantin“ und ist fast ungenießbar.


Weitere Citrus Arten und Hybriden:

C. x paradisii = Kreuzung von C.maxima x C.sinensis, (Grapefruit)
C. maxima (Pampelmuse, Riesenorange)
C. sinensis (Orange, Apfelsine)
C. reticulata (Mandarine)
C. limon (Zitrone, Limone)
C. aurantiifolia (Limette)
C. medica (Zitronatszitrone)
x Citrofortunella mitis = Kreuzung von
C.reticulata var.austa x Fortunella spec. (Calamondin)


Text:
 Ulrich Schreckert 2002/2011

Foto: Prof. Dr. Manfred Brusten 2011


Quellenangabe:

Handbuch der Laubgehölze Bd.1, Gerd Krüssmann
Berlin, Hamburg / Parey, 1976

Exotische Früchte, Gabriele u. Peter Colditz
Stuttgart / Kosmos, 1993

Orangen, Zitronen und andere Citruspflanzen, Peter Klock
München / Gräfe und Unzer, 1990

Handbuch der Pflanzennamen, 12. Aufl., F. Encke, G. Buchheim,
S. Seybold, Stuttgart / Ulmer, 1984