Juni

Pflanze des Monats Juni 2015 – Knollenbegonie

Begonien

Botanischer Name:   Begonia x tuberhybrida Voss

Deutsche Namen:      Knollenbegonie, Schiefblatt

Pflanzenfamilie:         Begoniaceae (Schiefblattgewächse)

Heimat/Geschichte: 
Die Knollenbegonie (Begonia x tuberhybrida Voss) ist im subtropischen und tropischen Südamerika, von Elternarten aus den Andenregionen abstammend, beheimatet. Sie wurde nach Michel Bégon (1638-1710), dem ersten französischen Gouverneur auf Haiti, benannt. Er galt als Förderer der Botanik. 
Die asymmetrische Form der Blätter gab ihr den Namen Schiefblatt. Begonien gehören erdgeschichtlich zu den ältesten Pflanzen, aus denen mehr als 1500 Arten und außerdem heute mit einer geschätzten Anzahl von über 10000 Hybriden, hervorgegangen sind. Bestimmungen und Zuordnungen der Pflanzen wurden früher vernachlässigt und gelten heute noch als schwierig. 
In der Volksheilkunde spielten die Begonien mit ihrer adstringierenden Wirkung eine untergeordnete Rolle. Große Bedeutung haben sie aber als Zierpflanzen.

Botanik:
Die Knollenbegonie (Begonia x tuberhybrida Voss) gehört mit den mehr als 1500 Arten zur Gattung Begonia  innerhalb der Familie der Begoniaceae (Schiefblattgewächse). Wegen der vielen Kreuzungen und Begonienformen verwendet man heute auch die botanische Bezeichnung : Begonia cultiars.
Verschiedene Ordnungssysteme versuchen, einen Überblick zu verschaffen, z. B. 
1) Einfache großblütige Begonien
2) Halbgefüllte Begonien
3) Gefüllte Begonien 
Diese Gruppierungen werden in Deutschland bevorzugt als Farbensorten geführt: dunkel-scharlach- und lachsrot, rosa, weiß, gelb. Es gibt auch kleinwüchsige und hängende  Begonien. 
Die Knollenbegonie ist eine mehrjährige, buschige, nicht frostharte Pflanze mit winterruhender Knolle als Überdauerungsorgan. 
Sie gedeiht in feuchtem Halbschatten ohne Staunässe.  
Die fleischigen, aufrechten Stängel tragen wechselständig meistens ungleichseitige Blätter.
Die glänzenden, dunkelgrünen, leicht brechenden Blätter haben einen gezähnten Rand und laufen spitz zu. 
Die Knollenbegonie blüht vom Frühling bis in den späten Sommer hinein. Sie ist einhäusig und zweigeschlechtlich. 
Die männlichen Blüten haben 2-4 (2 äußere, 2 innere) ungleiche Blütenblätter,  die weiblichen 5 gleiche. Staublätter sind zahlreich vorhanden. Der unterständige Fruchtknoten ist dreifächerig. 
Die Blüten stehen in achselständigen, trugdoldigen Büscheln mit 2 kleinen weiblichen Blüten und einer auffälligen, gefüllten männlichen Blüte.
Bei den Sorten mit großen Blüten können die Blütenköpfe einen Durchmesser von 18 cm bis 20 cm und mehr haben. 
Die Befruchtung erfolgt durch Insekten. 
Die Frucht ist kapselartig  und dreikantig, dreiflügelig. 
Vermehrt wird durch Samen, Stecklinge, Teilung der Knolle und Brutknöllchen (Bulbillen), die sich in den Blattachseln bilden.  
Begoniensamen sind winzig, ein Gramm Saatgut enthält etwa 45000-60000 Körner. 
Die Knollenbegonie  ist u.a. für den Echten Mehltau, Läuse und Viruserkrankungen anfällig.

Standort/Pflege/Verwendung:
Die Knollenbegonie (Begonia x tuberhybrida Voss) ist eine sehr dekorative, beliebte Beet-, Rabatten-, Terrassen-, Topf oder Ampelpflanze. Da sie Halbschatten gut verträgt, wird sie gerne auf Friedhöfen gepflanzt. 
Sie gedeiht in humosig-sandigem Boden. Staunässe führt zum Verfaulen der Knolle. 
Wegen ihrer Frostempfindlichkeit darf sie erst nach dem 15. Mai ins Freie und muss vor dem ersten Frost im Herbst ins Haus eingeräumt werden.
Dort zieht sie die Triebe ein. Die verwelkten Pflanzenteile sollten entfernt werden. 
Das fällt auch während der Wachstumszeit immer wieder an.
Ohne Wasserzugaben  ruht die Knolle dann bis zum Frühjahr bei ungefähr +10oC. Knollenbegonien sind Dauerblüher und haben wegen ihrer intensiven Farben eine besondere Fernwirkung.
Die Knollenbegonienrabatten am Botanischen Garten Wuppertal werden deshalb auch in jedem Jahr bewundert.

Text: Barbara Lawatsch  5/2015

Foto: Dirk Derhof

Quellenangabe:
Encke, Fritz: Parey`s Blumengärtnerei, Bd II, Paul Parey in Berlin u. Hamburg ,1960
Botanisches Institut Bonn: Dumont`s Große Pflanzenenzyklopädie, Band 1, Dumont, Köln, 1998 
Jelitto, Schacht, Simon: Die Freilandschmuckstauden, Band 1,  Eugen Ulmer, Stuttgart, 2002

http://www.blumen-garten-pflanzen.de/balkonpflanzen/knollenbegonien-begonia-tuberhybrida.htm

http://www.derkleinegarten.de/800_lexikon/824_gartengestaltung_balkonblumen_balkonbepflanzung/begonia-tuberhybrida-knollenbegonien-pflege.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Knollenbegonien