August

Pflanze des Monats August 2011 – Großblütige Ballonblume

Platycodon grandiflorus


Botanischer Name:
 Platycodon grandiflorus (Jacq.) A. DC.

Deutsche Namen: Großblütige Ballonblume, Ballon-Glockenblume, Breitglocke

Englischer Name: Balloon Flower

Pflanzenfamilie: Campanulaceae (Glockenblumengewächse)


Heimat/Geschichte:
Die Großblütige Ballonblume (Platycodon grandiflorus (Jacq.) A. DC.) stammt aus Nordostasien. Ihre Vorkommen befinden sich in Ostsibirien, Nord-China, der Mandschurei, Korea und Japan.
Ihre Standorte sind dort steinige Böden, grasbestandene Hänge und Gebirgswiesen, zwischen Gebüsch oder auf Waldlichtungen.
Verwendung findet die ganze Pflanze in der traditionellen chinesischen und koreanischen Medizin und Küche.
Die Blütenknospen blähen sich wie zu einem Ballon auf, bevor sie aufblühen. Daher leitet sich der Name „Ballonblume“ ab.
Der Name Platycodon besteht aus den griechischen Wörtern „platys“ = breit und „kodon“ = Glocke.


Botanik:

Die Großblütige Ballonblume (Platycodon grandiflorus (Jacq.) A. DC.) gehört innerhalb der Familie der Campanulaceae (Glockenblumengewächse) als einzige Art zur GattungPlatycodon.
Inzwischen gibt es durch Züchtung etliche Sorten von ihr.
Die robuste, sommergrüne und voll frostharte Ballonblume ist eine gedrungene, gruppenbildende Staude mit rübenartiger, weißfleischiger Wurzel. Die Staude kann 30 cm breit werden.
Die Stängel sind rund, einfach oder verzweigt, werden 20 cm – 60 cm hoch und enthalten Milchsaft.
An ihnen sitzen meistens gegenständig ungestielte Blätter. Sie sind oberseitig blaugrün, leicht weißlich bewachst, unterseitig hellgrün. Die etwa 5 cm langen Blätter werden bis zu
3 cm breit, sind spitz-eiförmig und an den Rändern gezähnt.
Von Juli bis August öffnen sich die endständigen, ballonartigen, lang gestielten Knospen zu flach glockigen, 5-zipfeligen bis 7 cm breiten blauen oder weißen Blüten mit dunkler schattierten Adern. Die Kronblätter sind am Grund zu einer Glocke verwachsen.
In den attraktiven, jedoch nicht duftenden Blüten sind 5 Staubblätter vorhanden.
Die sich entwickelnde fünffächerige Kapsel enthält eiförmige, braune Samen.
Die Ballonblume ist nur im Frühjahr bei Neuaustrieb vor Schnecken zu schützen.
Generell wird sie weder von Parasiten noch Krankheiten befallen.


Standort/Verwendung:

Die Großblütige Ballonblume (Platycodon grandiflorus (Jacq.) A. DC.) gedeiht in jedem nährstoffarmen, sandig-lehmigen, gut durchlässigen Humusboden. Der Standort kann sonnig bis halbschattig sein.
Bei uns wird die Ballonblume als Zierpflanze verwendet. In China und Korea wird die bitter schmeckende Wurzel auf verschiedene Art zubereitet und zur Immunstimulation und bei Krebserkrankungen gegessen.
Die Saponine der Wurzel haben z.B. eine entzündungshemmende Wirkung. Die Wurzeln sind auch unerlässlicher Bestandteil der Ahnenverehrungstafel. In Korea gibt es sogar ein Volkslied über die dort Doraji genannte Wurzel.
Die jungen Blätter werden ebenfalls zur Nahrungsaufnahme genutzt, die älteren gelten als giftig.
Die Ballonblume ist von Juli bis August ein attraktiver, reich blühender Blickfang im Garten, Steingarten oder in Pflanzgefäßen.
Sie kann als Schnittblume verwendet werden, sogar schon dann, wenn die Knospen noch geschlossen aber schon gefärbt sind.
Die Vermehrung erfolgt meistens durch Samen. Bei zeitiger Aussaat blüht die Pflanze auch im ersten Jahr. Auf Teilung der Wurzel und Standortveränderung reagiert sie empfindlich. Die Ballonblume sollte in keinem Staudengarten fehlen, da sie ein sehr dankbarer, dekorativer Sommerblüher ist.


Text: 
Barbara Lawatsch 7/11

Foto: Prof. Dr. Manfred Brusten


Quellenangabe:

Encke, Fritz:
Pareys Blumengärtnerei, Band II
Paul Parey in Berlin und Hamburg, 1960

Jelitto, Schacht, Fessler:
Die Freiland-Schmuckstauden
Eugen Ulmer, Stuttgart, 1990

Botanisches Institut Bonn:
Dumont’s Große Pflanzenenzyklopädie, Band II
Dumont, Köln, 1998

http://platycodon.net/de/

https://de.wikipedia.org./wiki/Ballonblume

http://www.horst-luenser.de/gartenpflanzen/ballonblume.html