Dezember

Pflanze des Monats Dezember 2006 – Nordmanntanne

Botanischer Name: Abies nordmanniana (Stev.) Spach

Deutsche Namen: Nordmanntanne, Nordmanns – Tanne, Kaukasustanne

Pflanzenfamilie: Pinaceae (Kieferngewächse)

Heimat und Geschichte
Der finnische, in Odessa lehrende Botaniker Alexander von Nordmann (1803 – 1866) entdeckte 1838 nördlich von Borchomi (heutiges Georgien) die Tanne, die nach ihm benannt wurde. Sie wurde 1848 nach Westeuropa eingeführt. Heimisch ist die Nordmanntanne im westlichen Kaukasus und in der Nordosttürkei. Dort wächst sie auf tiefgründigen, humosen Lehmböden in Höhen von 900 m bis 2200 m. In ihrer Heimat kann sie ein Alter von 500 Jahren erreichen. Bei uns erfreut sie sich wegen ihrer geringen Neigung zum Nadeln als Weihnachtsbaum zunehmender Beliebtheit.

Botanik
Die Nadelhölzer sind im Pflanzenreich den Nacktsamern zuzuordnen. Die Gattung Abies gehört zur Familie der Pinaceae, der Kieferngewächse. Das lateinische Wort abies bedeutet Tanne. Die Gattung Abies umfasst etwa 40 Arten, von denen nur eine, die Weißtanne (Abies alba), im Schwarzwald heimisch ist.
Die immergrüne Abies nordmanniana (Nordmanntanne) hat sich in unseren Wäldern durch Anpflanzung nicht durchgesetzt. Sie ist aber ein beliebter Parkbaum und wird plantagenmäßig, vor allem in Dänemark, als Weihnachtsbaum angebaut. Dänemark exportiert in der Adventszeit jährlich etwa 5 Millionen Nordmanntannen.
Die Nordmanntanne wächst 8 – 10 Jahre bis sie eine Größe von 2 m erreicht hat. Sie kann in der Heimat bis zu 60 m hoch werden mit einem Stammdurchmesser von bis zu 2 m. Der Stamm wächst gerade mit schwärzlich bis grauer, zerrissener Rinde. Die etagenförmig angeordneten Zweige stehen dicht in regelmäßigen Quirlen und beasten den Stamm auch im Alter noch bis auf den Boden hinunter. Auch die Belaubung macht einen recht vollen Eindruck. Deshalb wird der Baum als Ziertanne mit einem pyramidalen, schönen Wuchsbild geschätzt. Die nicht stechenden Nadeln sind 2 cm – 3,5 cm lang, 2 mm – 2,5 mm breit, glänzend dunkelgrün, in der Mitte vertieft, lederartig, unterseits silbrig-grau, mit grünem Mittelband und zwei weißen Spaltöffnungsstreifen (Stomata). Der Nadelrand ist ganzrandig. Die Nadeln stehen rings um den Trieb, nicht gescheitelt, an der Unterseite weniger dicht als oben.
Die Knospen am Ende des Triebes, die im Frühling den Maischoß bilden, sind ei- bis kugelförmig und harzfrei. Die Tannennadel hinterlässt nach dem Abfallen oder gewaltsamen Entfernen eine kreisrunde flache Narbe. Deshalb fühlt sich ein Tannenzweig danach im Gegensatz zum Fichtenzeig immer völlig glatt an. Die männlichen, kugelförmigen Blüten sind ca. 1 cm groß, rötlich – braun bis rötlich – gelb. Sie stehen hauptsächlich im unteren Teil der Krone in den Achseln vorjähriger Nadeln. Die weiblichen Zapfenblüten im oberen Kronenbereich sehen wie ein aufrechtes, grünes Schuppenbündel aus und werden später rötlich oder gelbgrün. Die Befruchtung erfolgt durch Windbestäubung in der Blütezeit im Mai. Die Samen reifen von September bis Oktober. Die 1 cm großen, geflügelten Samen sitzen in bis zu 20 cm langen, braunen, mit Harztropfen bedeckten, 5 cm dicken Zapfen. Die Deckschuppen der Zapfen sind nach außen gebogen und ragen mit einem hakigen Fortsatz hervor. Die aufrecht stehenden Zapfen der Tanne fallen nicht als Ganzes vom Baum, Sie zerfallen bei der Reife im Winter in der Baumkrone, wobei nur eine Zapfenspindel zurückbleibt. Fichtenzapfen hängen am Zweig und fallen als Ganzes ab. Die Nordmanntanne bildet die Zapfen erst ab dem zehnten Standjahr. Für die Verbreitung der Samen sorgen der Wind, Vögel und Nagetiere.

Das Laub ist gelb und welk geworden,
Grün blieb nur Fichte noch und Tann´.
Huhu! Schon meldet sich im Norden
Der Winter mit dem Weihnachtsmann
.
(Joachim Ringelnatz)

Text: Barbara Lawatsch

Quellenangabe:
Fritz Encke: Pareys Blumengärtnerei, Band I, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1958
Otto Warburg: Die Pflanzenwelt , Band I, Bibliographisches Institut, Leipzig 1923
Ulmers Pflanzenmagazin, Gartenpraxis 12/1981, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
http://www.baumkunde.de/baumdetails.php?baumID=0098
http://www.weihnachtsbaeme.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Nordmanntanne