September

Pflanze des Monats September 2009 – Gewöhnliche Sonnenblume

Botanischer Name: Helianthus annuus L.

Deutscher Name: Gewöhnliche Sonnenblume

Englischer Name: Commen Sunflower

Pflanzenfamilie: Asteraceae (Korbblütengewächs)

Heimat / Geschichte:
Die Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus L.) ist im wärmeren westlichen Nordamerika u.a. auf der Prärie beheimatet. Mit der Entdeckung Amerikas wurde sie in der Mitte des 16. Jahrhunderts als stattliche Zier- und wichtige Ölpflanze nach Europa eingeführt.
In Mexiko z.B. wurde sie allerdings schon etwa 2500 v. Chr. kultiviert.
Von den griechischen Wörtern helios = Sonne und anthos = Blume ist der botanische Gattungsname Helianthus abgeleitet. Der Zusatz (Artenname) annuus bedeutet soviel wie einjährig. Die Sonnenblume ist eine Pflanze mit hohem Bekanntheitsgrad und Symbolcharakter.
Sie wird auch als Symbol für persönliches Wachstum und Entwicklung gesehen und wird daher gerne bei Erntedankfesten verwendet.

Botanik: 
Die Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus L.) gehört mit etwa 100 Arten zur Gattung Helianthus und diese zur Familie der Asteraceae (Korbblütengewächse).
Die Gewöhnliche Sonnenblume ist einjährig, schnellwüchsig und kann bis zu 4 m hoch und 60 cm breit werden. Am meistens unverzweigten, aufrechten, behaarten Stamm sitzen wechselständig die herzförmigen, gestielten, ebenfalls rau behaarten Blätter. Sie haben einen gesägten Rand, sind 10 cm bis 40 cm lang und etwa 35 cm breit. Die Sonnenblume blüht von Juli bis Oktober.
Pro Pflanze wird in der Regel nur ein nickender Blütenkopf am Ende des Stammes ausgebildet. Es gibt aber viele unterschiedliche Sorten, die sich in Wuchshöhe und Farbe unterscheiden (orange bis braungelb) und mehrblumig sein können.
Die bis 50 cm breite halbkugelige Blütenscheibe ist von grünen, breit eirunden Kelchblättern und meistens goldgelben Zungenblüten umgeben. Die Zungenblüten sind 6 cm bis 10 cm lang und steril. Die fruchtbaren, zwittrigen Blüten sitzen auf der Scheibe. Diese oft mehr als 1000 Röhrenblüten sind klein und erscheinen in ihrer Gesamtheit als braune Fläche, besonders in der Mitte der Scheibe, da sie dort erst zum Schluss aufblühen. Der beschriebene Blütenaufbau ist typisch für einen Korbblütengewächs.
Bestaunenswert ist, dass sich die Blütenköpfe immer der Sonne zuwenden. Bei Sonnenaufgang sind sie nach Osten gedreht, bis zum Untergang nach Westen. Besonders faszinierend ist dieses Phänomen auf einem Feld zu beobachten, wenn alle Sonnenblumen in eine Richtung schauen. Wenn sich allerdings das Blütenstadium dem Ende zuneigt, wandert der Kopf nicht mehr der Sonne nach, sondern bleibt immer in die Richtung geneigt, in der die Sonne aufgeht.
Die Sonnenblume hat ihren Namen also wegen ihres Aussehens und ihrer Verhaltensweise bekommen. Die Richtungsänderung der Blütenköpfe wird durch dehnbares, dennoch stabiles Pflanzengewebe am Übergang vom Stängel zum Kopf ermöglicht. Aus den Röhrenblüten entwickeln sich die kantigen, zusammengedrückten, eilänglichen, bis zu 1 cm langen Samen. Der Kern ist von einer lederähnlichen schwarz-weiß gestreiften Schale umhüllt. Die Samen sind auf dem Kopfboden in Spiralen angeordnet. Nach der Blüte nimmt er an Umfang zu.
Die Blüten werden von vielen Insekten, vor allem Bienen, regelmäßig besucht. Im Herbst sind die Samen ein beliebtes Futter für Vögel. Auch zur Winterfütterung gehören sie dazu.
Die Sonnenblume ist für Schneckenfraß und Echten Mehltau anfällig.

Standort / Pflege / Verwendung:
Die Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus L.) ist nicht nur eine besonders schöne Zierpflanze, sondern spielt auch in der Naturheilkunde, Medizin, als Nahrungsmittel und Futterpflanze eine große Rolle.
Zu den Inhaltsstoffen des Sonnenblumenöls gehören etwa 90% ungesättigte Fettsäuren, die Vitamine E, D, F, A, K, B sowie Kalzium, Magnesium und Jod. Diese Stoffe wirken z.B. herzstärkend, cholesterinsenkend usw.
Landwirtschaftlicher Anbau der Sonnenblume wird hauptsächlich in Osteuropa und Nordamerika betrieben.
Es ist z.B. auch bewiesen, dass die Wurzeln der Sonnenblume Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen können. In verseuchten Gebieten werden also Sonnenblumen angepflanzt, die dann aber mit den absorbierten Giftstoffen als Sondermüll entsorgt werden müssen.
Die Haare der Pflanze können bei Berührung allergische Hautreaktionen auslösen. Sonnenblumen können sehr leicht herangezogen werden, z.B. im Frühjahr in Töpfen oder nach Frösten als Aussaat direkt in den Garten. Sie sind starke Stickstoffzehrer. Bei zu schwacher Düngung bleibt der Blütenkopf klein.
Die Sonnenblume muss sonnig stehen. Bei Trockenheit benötigt sie viel Wasser, aber Staunässe nimmt sie übel.
Sonnenblumen haben wegen ihrer leuchtend gelben Blütenblätter einen stimmungsaufhellenden Effekt. Sie werden als schön, attraktiv empfunden und waren und sind auch bei Malern und Dichtern beliebt.

Entflammte Sonnenblumenscheibe,
die du, ans Himmeldach entrückt,
hoch über meinem Scheitel stehst,

Gestirn des späten Jahres, bleibe!
Die Nacht, schon nah herangerückt,
wird lang sein, wenn du untergehst.

(Karl Heinrich Waggerl)

Text: Barbara Lawatsch 08/09

Foto: Prof. Dr. Manfred Brusten

Quellenangabe: 

Encke, Fritz:
Pareys Blumengärtnerei, Band II
Paul Parey in Berlin u. Hamburg, 1960

Botanisches Institut Bonn:
Dumont´s Große Pflanzenenzyklopädie, Band I
Du Mont Köln 1998

http://www.kuebelpflanzeninfo.de/balkon/sonnenblumen.htm

http://www.ulmer.de/artikel.dll/print?AID=1030657&MID=3210&UID=07358BDD6…

http://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenblume