April

Pflanze des Monats April 2007 – Hornveilchen


Botanischer Name: Viola cornuta L.
Deutscher Name: Hornveilchen, Gehörntes Veilchen, Pyrenäen-Stiefmütterchen
Pflanzenfamilie: Violaceae (Veilchengewächse)

Heimat und Geschichte:
Viola cornuta, das Hornveilchen, ist in den Pyrenäen und Nordspanien beheimatet. Es ist ein frostharter Frühjahrsblüher und hat dem Stiefmütterchen ähnliche, doch kleinere Blüten. Der Name ist lateinischen Ursprungs.
Das Veilchen allgemein spielte mit seinem betörenden Duft schon im Altertum im Volksglauben, Brauchtum, in der Heilkunde und Kosmetik eine große Rolle. Auch die Literatur, Kunst und Musik behandelten es bevorzugt. Die Verherrlichung des Veilchens erstreckte sich bis Island. Dort war es dem Gott Tyr (Thor) geweiht und heißt heute dort noch Tyrsfolia.

Botanik: 
Das Hornveilchen (Viola cornuta) gehört mit den unzähligen Hybriden in allen Farben, sogar samtig schwarzviolett, zur Gattung Viola in der Familie Violaceae (Veilchengewächse).
Veilchen lassen sich sehr leicht kreuzen. So gehört das Hornveilchen zu den wichtigsten Elternarten der Stiefmütterchen.
In seiner Heimat, den Pyrenäen, blüht es nur violett bis fliederblau. Die frostharte, immergrüne, mehrjährige Staude wird etwa 20 cm bis 25 cm hoch und hat einen kriechenden Wurzelstock.
Die 15 cm langen Stängel sind meistens dreikantig und beblättert. Die 2 cm bis 5 cm langen Blätter sind länglich auslaufend und stumpf gekerbt, die Nebenblätter dreieckig bis eiförmig, sitzend und grob gesägt.
Die leicht duftenden Blüten auf gebogenem Stiel haben eine Breite von ca. 2,5 cm mit kurzem bis 1.5 cm langem Sporn am untersten Kronblatt. Nach diesem Sporn (Horn) ist das Veilchen benannt. Das unterste Kronblatt ist etwas größer als die anderen Kronblätter. Die 5 sich nicht überlappenden Kronblätter, umgeben von 5 Kelchblätter, sind schmal bis keilförmig.
Die unteren, nach unten gebogenen 3 Kronblätter besitzen weiße Flecken am Grund, die oberen zwei stehen aufrecht.
Das Hornveilchen blüht vom Frühjahr bis zum Sommer sehr üppig. Eine zweite Blüte erfolgt oft auch noch im Oktober / November.
In kugeligen 3klappigen Kapseln reifen die Samen heran. Diese Entwicklung erfolgt auch in Selbstbestäubung durch jeweils 5 Staublätter in den Blüten.
Die Verschleppung der Samen geschieht in der Regel durch Ameisen.

Standort / Pflege:
Das Hornveilchen liebt volle Sonne, im Gegensatz zu anderen Veilchen, stellt aber an den Standort und die Bodenbeschaffenheit keine besonderen Ansprüche. Bezüglich des Nährstoffverbrauchs ist es sehr genügsam. Die Pflanze benötigt aber reichlich Wasser und vor austrocknenden Winden sollte sie geschützt werden.
Das Hornveilchen wird hauptsächlich durch Aussaat vermehrt. Es vermehrt sich aber auch leicht durch Selbstaussaat.
Für frische Farbtupfer sorgen die Veilchen in Schalen, Kübeln, Ampeln oder Balkonkästen. Da kann man dann die kleinen Blüten besser betrachten. Besonders als Ampelpflanze erfreut es sich wachsender Beliebtheit.
Ebenso spielt es in der Gartenkultur eine Rolle. Da sich die Hornveilchen buschig ausbreiten, eignen sie sich auch als Bodendecker durch Unterpflanzung an halbschattigen Standorten. Geeignete Plätze sind auch der Randbereich eines Staudenbeetes oder der Steingarten.
Als Winterschutz genügt etwas Reisig zum Abdecken.

Das Veilchen zart und violett,
War Ehrengast auf dem Bankett,
Und jeder rühmte seine Tugend,
Und seine Schönheit, seine Jugend.

Das Veilchen drauf,
mit scheuer Miene,
Ihr lobt mich mehr
als ich verdiene.

Doch eine Tugend,
die mich ziert,
Die habt ihr alle
ignoriert.

Verbeugte sich nach edlem Brauch,
Und sprach: Bescheiden – bin ich auch.

(Mascha Kaléko)

Text: Barbara Lawatsch 03/07
Foto: Frank Telöken

Quellenangabe:
Warburg, Otto: Die Pflanzenwelt, Bd.II, Bibliographisches Institut Leipzig 1923
Fritz Encke: Pareys Blumengärtnerei, Band II, Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1960
Botanica, Das ABC der Pflanzen, Edition Könemann, Tandem Verlag GmbH 2003